Klaus Ennemoser, Obmann des Fachverbands Hotellerie in der WKO sieht Österreichs Tourismus krisenresistent. Bild: ennemoser

Tourismus trotzt der Krise
21.07.2010
Mit „Premium“ punkten: Österreichs Hotellerie arbeitet sich mit Top-Qualität aus der Krise und erzielt bis Ende Mai ein Prozent plus

„Der Tourismus in Österreich ist äußerst krisenresistent geworden“, freut sich der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Klaus Ennemoser. Nach dem Nächtigungsminus von 1,8 Prozent im Vorjahr werde die heimische Hotellerie mit ihren rund 14.000 Betrieben den Abwärtstrend hinter sich lassen und heuer wieder „mit allergrößter Wahrscheinlichkeit Zuwächse schaffen“.

Immerhin hätten die rund 14.000 Betriebe zwischen Jänner und Mai bereits ein Plus von 1 Prozent erzielt. „Ich bin sehr stolz, dass wir diese - hoffentlich - zu Ende gehende Krise bestens meistern werden“, so Ennemoser. Der Winter sei schon sehr gut gewesen und der Sommer lasse auf Erholung hoffen. Ende 2011 könnte bereits wieder das Rekordniveau von 2008 erreicht werden.

Österreich habe in der Krise Marktanteile gewinnen können. Das Mai-Ergebnis sei heuer trotz der langen Regenfälle überraschend gut ausgefallen, der Juni werde betreffend Nächtigungen nicht zuletzt wegen der Fußball-WM etwas schwächer, doch „im Juli, August und September machen wir mit Sicherheit ein Plus“, ist Ennemoser zuversichtlich. Das Traumergebnis für das Gesamtjahr liege bei einem Zuwachs von 2 Prozent.

Von der wieder steigenden Zahl der Nächtigungen allein lässt es sich allerdings noch nicht gut leben. Die Butter aufs Brot jedes Hoteliers betreffend Wertschöpfung sind der Preis und die Auslastung. Ennemosers mit Abstand größter Wunsch für die Branche wäre eine höhere Wertschöpfung. „Und dafür brauchen wir verstärktes Marketing und die Unterstützung der Österreich Werbung“, so der Hoteliers-Obmann. Konkret wäre eine Fortsetzung der Inlandskampagne, in welche die ÖW im Krisenjahr 2009 rund 3 Mio. Euro pumpte, um weitere zwei bis drei Jahre wünschenswert.

Extrem schwer taten sich heuer in den ersten fünf Monaten noch die Ein- und Zwei-Sterne-Hotels, die immer noch einen Nächtigungsrückgang von 4,4 Prozent erlitten - nach einem Minus von 7,3 Prozent im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Etwas besser ging es den Drei-Sterne-Betrieben mit einem Minus von immer noch 2 Prozent (Vorjahresperiode: -4,9 Prozent). Einen Höhenflug erlebten dagegen die gehobenen Häuser der Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie mit einem Zuwachs von 4,6 Prozent - im Vorjahreszeitraum hatte auch dieses Segment noch mit Nächtigungseinbrüchen von 4,3 Prozent zu kämpfen.