Ein aktueller Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ fördert nun eine andere Seite des medial omnipräsenten bayerischen Starkochs Alfons Schuhbeck ans Tageslicht. Demnach hat es der Münchner Koch und Gewürzhändler auf die Internet-Domain eines sehr entfernt verwandten Familienmitglieds abgesehen.
Sebastian Schuhbeck, seines Zeichens Studiendirektor in Traunstein unterrichtet am dortigen Chiemgau-Gymnasium Englisch und Katholische Religionslehre. Wer die Internetseite des Lehrers www.Schuhbeck.com aufruft, erfährt mehr über Themen wie „Konfliktprävention“, „Sekten-Info“ oder „Trauerarbeit in der Schule“. Der Pädagoge ist nicht nur seit vielen Jahren mit seiner Internetseite online, sondern auch bayerischer Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht.
Nun hat der bekannte TV-Koch den weitschichtig verwandten Lehrer auf Herausgabe genau dieser Domain geklagt, während Alfons S. „nur“ über die Domain www.schuhbeck.de verfüge. Der Medienstar beruft sich auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2001. Der Fall „Shell gegen Shell“ sorgte damals für Aufsehen, zumal dem Ölkonzern die stärkeren Rechte an der Domain eingeräumt wurden, als einem gewissen Andreas Shell, der die Kennung für sich reserviert hatte. Die damalige Begründung der Richter: Die „überragende Bekanntheit“ des Namens …
Im Falle „Schuhbeck gegen Schuhbeck“ könnte jedoch ein altes Küchensprichwort an Gültigkeit gewinnen: „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ Bei Gericht ging von Seiten des Kochs die Bitte um eine Terminverschiebung ein. Dem wurde nun entsprochen. Ein Termin wurde mit Jahresmitte 2012 anberaumt. Ob es dazu kommt, ist fraglich, da auch der Anwalt des Kochs in der „Süddeutschen Zeitung“ mit den Worten zitiert wird: „Die Rechtslage ist durchaus verzwickt.“
Abgesehen davon kann der Lehrer Sebastian Schuhbeck auf die wesentlich älteren Namens-Rechte verweisen: Er ist ein echter Schuhbeck, der Koch wurde dagegen von dem Waginger Gastwirt Sebastian Schuhbeck adoptiert, einem Cousin des Großvaters des Lehrers. Bis dahin hieß der spätere Starkoch noch Alfons Karg.


