V. l.: UKH-Linz Küchenleiter Manfred Ahorner, AUVA-Landesstellenleiterin Mag. Marina Pree-Candido und Sportwissenschafter Mag. Jürgen Seifried.

© Bild: HGV PRAXIS/Axel Schimmel

Richtiges Heben entlastet die Wirbelsäule maßgeblich wie UKH-Linz-Koch Gerhard Hundsberger und Lehrling Johanna Hackl hier vorbildlich demonstrieren.

© Bild: HGV PRAXIS/Axel Schimmel

Auflockerungsübungen in den Arbeitspausen.

© Bild: Manfred Ahorner

Ergonomie in der Küche: Richtig heben und tragen

11.10.2017 - In der Küche des Linzer UKH nahm sich ein Sportwissenschafter der Mitarbeiter an und verbesserte Bewegungen und Haltungen des Arbeitsalltags. HGV PRAXIS war dabei.

 

Der Spitalsträger, die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), bietet nicht nur für die gesamte Bevölkerung eine Reihe von Gesundheits- und Vorbeugeprogrammen, was die Erhaltung des Körpers anbelangt, sondern auch bei den hauseigenen Mitarbeitern. Unter dem Titel Sicherheits- und Gesundheitsmanagement war Sportwissenschafter Jürgen Seifried in der Küche des Linzer UKH zu Gast, um die alltäglichen Tätigkeiten und Bewegungsabläufe der Küchenmitarbeiter unter die Lupe zu nehmen und bei Bedarf Tipps für gesündere Haltung und Abläufe zu geben.

Sport- und Gesundheitsprofi Seifried weiß, „dass die Haltungsschäden früher zu zwei Drittel die Lendenwirbelsäule und einem Drittel die Halswirbelsäule (mit Nacken und Schultergürtel) betrafen. Das hat sich heut fast umgedreht. Hauptproblemfelder liegen heute im oberen Körperdrittel. Meine Aufgabe besteht darin, angelernte Zwangshaltungen sowie die dadurch hervorgerufenen Ausgleichshandlungen aufzuzeigen und so gut es geht abzustellen“, so Seifried im Gespräch mit HGV PRAXIS.

Bei den Küchenmitarbeitern betrifft das vor allem richtiges Heben und Tragen sowie richtiges Stehen. Aber auch UKH-Küchenleiter Manfred Ahorner wurde als Beispiel für verbesserungswürdiges Sitzen gleich in die Pflicht genommen. Beim Heben ist es wichtig, die Last korrekt aufzuteilen. Das beginnt bei der Mithilfe einer zweiten Person. Die Last sollte im Idealfall so aufgenommen werden, dass man in die Knie zur Last geht und diese so gut es geht mit der Kraft der Beine stemmt, erst dann kommt der Rücken zum Einsatz.

Auch beim richtigen Stehen gibt es neue ergonomische Erkenntnisse. So ist der Parallelstand passé, richtigerweise steht ein Bein etwas vor dem anderen, um dadurch das Becken besser zu entlasten und dem Kippeffekt vorzubeugen, der dann wiederum die Wirbelsäule beanspruchen würde.

AUVA-Landesstellenleiterin Marina Pree-Candido zu HGV PRAXIS: „Es ist uns natürlich wichtig, die Mitarbeiter fit zu erhalten. Neben diesem SGM-Service bieten wir auch verschiedene Fitness-Angebote im Haus an, die immer besser angenommen werden.“.

Küchenleiter Manfred Ahorner zeigt sich zufrieden. „Es ist schon klar, dass es lange dauert, bis man wirklich umdenkt und auch diese Übungen richtig macht, aber ein Anfang ist gemacht und darauf können wir nun aufbauen. Die Arbeit in der Küche ist von manueller Tätigkeit geprägt, da sind professionelle Hilfestellungen wie man einen Körper über Jahre fithalten kann, natürlich hochwillkommen.“

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