15 Millionen Euro investierte Swarovski in den Standort Wien. Trotzdem darf sonntags niemand einkaufen. Bild: SwarovskiGallup-Umfrage: Wien-Gäste wollen auch am Sonntag einkaufen. ÖHV verspricht Handel Mehrumsatz von 50 Millionen.
Die Österreichische Hoteliervereinigung ÖHV startet einen neuen Vorstoß, die rigiden Ladenöffnungszeiten in Wien zu ändern. „Die Gäste wollen viel mehr Geld ausgeben, aber man lässt sie nicht“, verweist ÖHV-Präsident Peter Peer auf eine aktuelle Gallup-Umfrage. Demnach sinkt die Zufriedenheit der Gäste mit den aktuellen Shopping-Bedingungen.
„Bei der letzten Befragung von Wiener Gästen wurden die Öffnungszeiten mit 2,59 nach dem Schulnotensystem beurteilt, der Wert ist heuer auf 3 gesunken. Da besteht Handlungsbedarf, interpretiert Peer die Gallup-Umfrage.
Tatsächlich wünschen sich 61 Prozent der Gäste längere Öffnungszeiten und vor allem an Sonntagen und Feiertagen offene Geschäfte. Umgelegt bedeutet dies, dass 2,8 Millionen Touristen gerne am Sonntag shoppen würden. Für den Wiener Handel brächte dies einen Mehrumsatz von 50 Millionen Euro pro Jahr, rechnet die ÖHV vor. Und für die Hotellerie würde dies 325.000 Nächtigungen zusätzlich bringen.
Die Unzufriedenheit mit dem bestehenden System – Wien ist nicht als Tourismuszone mit Ausnahmen für Öffnungszeiten deklariert – klingt auch bei der Gallup-Gästebefragung durch. Sie würden Wien zwar als Kulturstadt empfehlen, von einer Shoppingtour aber abraten.
Wien verliere im internationalen Vergleich an Boden, behauptet auch Andreas Braun, Geschäftsführer der swarovski tourism service gmbh. Während die Swrovski-Boutique in Prag an sieben Tagen die Woche von neun bis 22 Uhr offen stehe, sei das hierzulande nicht möglich, moniert der Tourismusexperte. „Das ist ein klarer Standortnachteil, vor allem für unsere neue Markenplattform Swarovski Wien in der Kärntner Straße.“ Andere internationale Konzerne würden durch die strengen Ladenöffnungszeiten von einem Investment in Österreich abgeschreckt, so Braun. www.oehv.at

