Trotz strikter Sanierungsmaßnahmen stark unter Druck: Porzellanhersteller Villeroy & Boch. Bild: V&B

Villeroy & Boch mit Scherben in Bilanz 09
10.02.2010
Die Edelporzellanmarke büßte 2009 satte 15 Prozent ihres Umsatzes ein und leidet stark unter der Konkurrenz aus Fernost.

Der saarländische Geschirr- und Badkeramikhersteller Villeroy & Boch ist 2009 von der Wirtschaftskrise voll erfasst worden. Der Umsatz brach um 15 Prozent auf 715,3 Mio. Euro ein, wie das Unternehmen aus Mettlach Mitte Februar anlässlich der Tischkulturmesse „Ambiente“ in Frankfurt am Main mitteilte. Dabei schwächte sich das Minus im Weihnachtsgeschäft etwas ab. Nach den ersten neun Monaten hatte der Umsatz noch um 16,7 Prozent unter Vorjahr gelegen.

In der kleineren Sparte Tischkultur hielt sich das Minus mit 9,8 Prozent auf 288,6 Mio. Euro Umsatz in Grenzen. Dazu trug auch ein Plus von 18,1 Prozent im Inlandsgeschäft bei, das von einer Sonderaktion profitierte. Kunden der Handelskette Real konnten für Punkteprämien Villeroy & Boch-Geschirr erwerben. Generell habe asiatische Konkurrenz für erheblichen Preisdruck gesorgt, erklärte das Unternehmen. Das Geschäft mit Badausstattung von Villeroy & Boch brach weltweit um 18 Prozent ein.

Zum Ergebnis äußerte sich das Unternehmen nicht. Nach neun Monaten war Villeroy & Boch auf einen Jahresverlust von mehr als 80 Mio. Euro vor Steuern zugesteuert. Allein die mit einem Stellenabbau verbundene Sanierung des Konzerns verschlang 2009 rund 60 Mio. Euro.