Auch Kleinvieh macht Mist. Länder und Gemeinden nehmen über die Tourismusabgabe jährlich erkleckliche Summen ein.
Dass der Tourismus in Österreich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist und je nach Lesart bis zu einem Fünftel zum Bruttosozialprodukt beiträgt, ist bekannt. Nur wenige Außenstehende wissen aber, dass die Touristen die Budgets von Ländern und Gemeinden jährlich um 150 Millionen Euro auffetten.
Verantwortlich dafür sind die Einnahmen aus den Tourismusabgaben, berichtet „Der Standard“ in seiner heutigen Ausgabe. Demnach beträgt der Durchschnittswert der einst „Nächtigungstaxe“ genannten Abgabe zum Beispiel in Niederösterreich zwischen 0,15 und 1,09 Euro. Niederösterreich wird deswegen als Beispiel genannt, weil das Land vor einigen Tagen eine zweimalige Erhöhung der Abgabe beschloss.
Demnach sollen ab 2011 in touristisch wenig intensiven Regionen 0,36 Cent pro Tag und Gast eingehoben werden, in den Urlauberhochburgen dagegen bis zu 1,77 Euro. Ein später steigert sich die Taxe auf einen Betrag zwischen 0,50 und 2,20 Euro.
Die Urlauber merken von der Einhebung wenig, in der Regel ist die Abgabe bereits in den Bettenpreis inkludiert. Die Höhe der Abgabe ist in Österreich Sache der Bundesländer. Die Länder teilen die Einnahmen mit den Gemeinden. Hinter der Nächtigungstaxe steht auch die Wirtschaftskammer. Schließlich würden damit touristische Projekte finanziert, heißt es.
Unter großen Protesten versucht nun etwa Barcelona eine allgemeine Tourismusabgabe – unabhängig von den jeweiligen Nächtigungen – einzuheben. Auch diese gibt es bereits in Österreich. Sie wird in touristisch intensiven Bundesländern wie etwa Salzburg von allen Unternehmen eingehoben, die auch nur im entferntesten Sinn vom Urlauberverkehr profitieren könnten. Die Interpretation wird dabei sehr weit gefasst, was immer wieder zu Diskussionen Anlass gibt.


