Geht es nach dem Willen des rumänischen Gesundheitsministers soll der Genuss von Fastfood bald schon mit einer Strafsteuer belegt werden. Bild: yumsugar

Strafsteuer auf Fastfood
12.01.2010
„McTax“: Futtern für den Fiskus – Rumänien überlegt eine Fastfood-Steuer, um seine Bevölkerung zum Umdenken zu bewegen

Im angelsächsischen Raum gibt es den Begriff einer „sin-tax“, was übersetzt so viel wie Sündensteuer heißt. Wer sündigt, soll dafür büßen. Notfalls in der Weise, dass ihn der Staat für seine Verfehlungen zur Kasse bittet. Solche Strafsteuern sind zum Beispiel in vielen Ländern die hohen Abgaben auf Alkohol und Tabakwaren, aber auch Spielsteuern. Sie sollen durch politisch gewollte Preistreiberei die Bürger vom Trinken, Rauchen und Spielen abhalten, was bekanntlich in großem Stil misslingt. Gleichwohl hat solch drakonische Gesetzgebung immer noch den durchaus erwünschten Nebeneffekt, dass sie die Kassen des Fiskus füllt.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, plant Rumänien als erstes Land der Welt ab dem 1. März die Einführung einer Steuer auf Fastfood und alle anderen Lebensmittel, die ungesund sind und dick machen und deshalb, wie in anderen Ländern auch, die Gesundheit der Menschen bedrohen. Was süß und fett ist, soll den Konsumenten sauer aufstoßen und sie zu einem gesünderen Lebenswandel bekehren.

Die Argumente, die Gesundheitsminister Attila Czeke dabei ins Feld führt, teilen Ernährungsexperten in aller Welt: Immer mehr Menschen in Europa leiden unter Fettleibigkeit, was oft zu Diabetes, Bluthochdruck und dann zum frühen Tode führt. "Ungesundes Essen treibt die Zahl der Todesfälle und die Gesundheitskosten in die Höhe, es mindert die Produktivität, beeinträchtigt die Lebensqualität und verringert die Lebenserwartung", heißt es nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Mediafax in einem internen Papier des Ministeriums. Deshalb sollen in Rumänien nach dem Willen des Ministers demnächst alle Produzenten und Importeure zahlen, deren Säfte, Snacks oder Fertigprodukte zu viel Zucker, Salz und Fett enthalten.

Ob sie in Bukarest durchgeht, ist noch nicht gewiss. Der Verband der rumänischen Ernährungsindustrie warnte vor Preiserhöhungen und Verkaufsrückgängen. Kleine Lebensmittelproduzenten würden eingehen und große ihre Produktion ins Ausland verlagern. Finanzminister Sebastian Vladescu sagte, der Vorschlag des Kollegen Gesundheitsminister sei vorerst „nur mal so eine Idee“.