Und wieder einmal der berühmte Bonus. Diesmal sollen sich der frühere Vorstand von Vienna International, Rudolf Tucek, sowie fünf weitere VI-Manager ebensolche in die eigene Tasche gesteckt haben. Diesen Tatbestand brachte nun, wie die Medien „Standard“ und „Format“ berichten, die Eigentümer-Gruppe der Wiener Hotels „Rainer“ und „Senator“ zur Anzeige. „Es besteht der dringende Verdacht, dass die Verdächtigen sowohl auf objektiver als auch auf subjektiver Tatseite den Tatbestand der Veruntreuung erfüllt haben”, werden die Anzeiger zitiert. Der behauptete Schaden belaufe sich vorerst auf 180.000 Euro. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Tucek wollte sich gegenüber „Format“ zu den Vorwürfen nicht äußern. Sein früherer VI-Kollege und nunmehrige CEO Andreas Karsten, der laut Anzeige ebenfalls zu den Verdächtigen zähle, meinte dem Bericht zufolge: „Wir haben bereits Bonifikationen an die Eigentümer zurücküberwiesen.“
Die VI hat bisher die beiden Wiener Hotels der Rainer Gruppe, das „Senator“ und das „Rainer“ unter Managementvertrag gehabt. Vor Weihnachten wurde die Geschäftsführung der Rainer Gruppe darauf aufmerksam, dass die VI Rechnungen die von Reiseveranstaltern auf ein Konto der Rainer Gruppe zu bezahlen gewesen wären, auf ein Konto der VI leiteten, sagte der Chef der Gruppe, Burkhard Ernst dem Standard. „Wir wurden auf Kick-back-Zahlungen unserer Lieferanten an die VI aufmerksam“, so Ernst sen. Initiiert wurde der Streit durch den gleichnamigen Juniorchef. Dem Seniorchef „ist das alles nicht angenehm“.


