Trotz oder gerade wegen schwieriger Bedingungen verzeichnete die Salzburger „Gast“ erneut Rekordbesuch. Bild: HGV PRAXIS

Solide auf Kurs
16.11.2009
Die 40. Ausgabe der Salzburger „Gast“ verbreitete Zuversicht in der Branche und einen neuen Besucherrekord

Mit großer Spannung und vagen Erwartungen ist die alljährliche „Alles für den Gast“ von 7. bis 11. November im Salzburger Messezentrum über die Bühne gegangen. Wie würde sich die größte Finanzkrise seit den 1920er Jahren auf die heimische Tourismuswirtschaft auswirken, lautete die zentrale Frage im Vorfeld der Messe. Und obwohl Veranstalter Reed mit der 40. Ausgabe dieses Fachmesse-Highlights wahrlich allen Grund zum Feiern gehabt hätte, übte man sich in nobler Zurückhaltung.

„Wir bieten der Branche eine gewohnt professionelle Plattform und wollen nicht uns selbst feiern“, lautete die von Reed-Boss Johann Jungreithmair ausgegebene Devise. Und es war alles in allem eine „Gast“ wie jede andere. Unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen heißt das schon etwas. Wenn auch viele fragende Gesichter die Messestände zierten, gewann mit zunehmendem Messeverlauf die Zuversicht die Oberhand. Es wurde nachgefragt, informiert und – vor allem – geordert.

Von Samstag bis Dienstag drängten sich die Massen in gewohntem Maße durch die 15 Hallen des Salzburger Messezentrums. Lediglich der Mittwoch war was die alleinige Frequenz betrifft der schwächste seit Jahren. Dennoch: Die „Gast“ verzeichnete mit 46.105 registrierten Besuchern exakt um 837 mehr als 2008 und überschritt mit diesem Rekordergebnis erstmals die Grenze von 46.000 Besuchern. Auffallend darunter ist die besonders positive Entwicklung der Besucher aus den Nachbarländern Bayern und Südtirol, die bereits ein gutes Viertel des Zustroms ausmachen.

Trotz der Zugkraft dieser Fachmesse waren auch Branchen vertreten, die eine gebremste Nachfrage nach ihren Produkten offen eingestanden. Vor allem Investitionsgüter, die über langfristige Zeiträume eingesetzt werden, wie Hotelwäschereien oder finanzintensive Großkochgeräte mussten mit rückläufigen Käufen zurechtkommen. Wobei es aber auch in dieser Sparte Zuversicht gibt. So hieß es generell, das Interesse bei den Besuchern sei durchaus vorhanden, doch müsse zuerst die Finanzierung geklärt werden. Überhaupt hing die Frage der Liquidität wie ein Generalthema über der Messe. Ob Kombidämpfer oder Gläserspüler, ob Geschirrausstattung oder Hotelzimmer – wenn die Banken mit Krediten knausern, dann stöhnt die österreichische Hotellerie und mit ihr logischerweise die Zulieferindustrie.

Dennoch stand das Jahr 2009 zwar unter schwierigen Rahmenbedingungen, gab allerdings keinen Anlass zum Jammern und vielmehr Anlass dazu, sich kreative Ideen und Lösungen für das momentan herrschende Marktumfeld einfallen zu lassen.