Nach acht Jahren Betrieb nun von der Insolvenz bedroht: Das Hotel „Schloss an der Eisenstraße“ in Waidhofen an der Ybbs. Bild: HGV PRAXIS

Schlosshotel Waidhofen vor Konkurs
22.10.2010
Dem „Hotel an der Eisenstraße“ in Waidhofen an der Ybbs droht die Pleite

Im Jahr 2002 machte eine Hoteleröffnung im niederösterreichischen Mostviertel von sich reden. In Waidhofen an der Ybbs wurde mit einem Aufwand von 13 Millionen Euro das Hotel „Schloss an der Eisenstraße“ aus der Taufe gehoben. Es handelte sich dabei um eines der so genannten PPP-Projekte in Österreich (Private-Public-Partnership).

Die „Das Schloss an der Eisenstrasse“ Hotel- und Betriebsgesellschaft mbH kann für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 keine Bilanz legen. Das Hotel ist mit etwa 5,5 Millionen Euro überschuldet, es droht der Konkurs. Das meldete die Wirtschaftspresseagentur.

An der Betriebsgesellschaft sind die Stadt Waidhofen mit knapp 50 Prozent sowie die S+B-Holding mit rund 25 Prozent als größte Gesellschafter beteiligt. Hinter S+B stehen die Vorarlberger Baufirma Schertler sowie der Wiener Generalplaner des Projektes, Alfred Michael Beck. Private Investoren halten das restliche Viertel an der Betreibergesellschaft. Undenkbar wäre dieses Hotel jedoch auch ohne den ehemaligen Bürgermeister von Waidhofen und jetzigen Landeshauptmann-Stellvertreter von Niederösterreich, Wolfgang Sobotka, gewesen. Der Politiker ließ nicht nur ein Förderkonzept ausarbeiten, das für 33 Prozent der Errichtungskosten aufkam, sondern sorgte auch für Garantien eines Darlehens der Stadt.

Bei dem Projekt handelt es sich um zwei Komplexe: den historischen Gemäuern des Schlosses Zell (16. Jh) in dem Zimmer (92 Betten) und Gastronomie untergebracht sind. Neben dem Schloss wurde eine freitragende Veranstaltungshalle mit rund 1000 Quadratmetern und einer Kapazität für 1000 Gäste hochgezogen. Bei aller Modernität und allem Designcharakter, den die unterirdisch verbundenen Bauten aufbringen, dürfte ganz einfach die Nachfrage nach Qualitätsbetten im Mostviertel zu gering sein, um diesen Betrieb wirtschaftlich gewinnbringend führen zu können.

Wie es nun weitergehen soll, ist ungewiss. Reinhard Schertler will als Vorstand der S+B-Gruppe eine Insolvenz „auf alle Fälle verhindern“. Die S+B biete den anderen Mitgesellschaftern an, die Anteile zu übernehmen und im Gegenzug die Liegenschaft, also Hotel und Grundstück, um einen Euro an die Stadt und die übrigen Miteigentümer abzugeben.