Für Touristiker ist eine Großveranstaltung wie die Ski-WM nicht immer ein lukratives Geschäft. Bild: planaibahn

Schladming: Nicht nur Gewinner bei WM 2013
06.02.2012
Vor allem die Bergbahnen fürchten massive Umsatzverluste, wenn nächstes Jahr die Ski-WM stattfindet. Auch in der Hotellerie werden Einbußen befürchtet.

 

In ziemlich genau einem Jahr wird in Schladming die Ski-WM eröffnet. Sportliche Großveranstaltungen dieses Ausmaßes rufen unter Veranstalter, Wirtschaftstreibenden und Gewerbebetrieben regelmäßig große Erwartungen beim Geschäft hervor. Die dann nicht selten genauso regelmäßig wieder enttäuscht werden.

Bei der letzten Ski-WM auf heimischem Boden, 2001 in St. Anton, lehnte es beispielsweise der Nachbarort Lech beharrlich ab, sich an einer Bewerbung zu beteiligen. Nicht nur das: In der Hotellerie herrschte vielfach die Meinung vor „bitte keine Ski-WM, das bringt uns Umsatzeinbußen“.

Naturgemäß trommelt der mit Abstand größte Profiteur so eines Großevents, der Österreichische Skiverband (ÖSV), ganz andere Töne. Präsident Peter Schröcksnadel prognostiziert für Schladming 450.000 Besucher vor Ort und einem Werbewert durch Zuseher von TV-Übertragungen, der sich in einem Geldbetrag gar nicht benennen lasse.

Ernst Trummer, Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen warnt nicht nur vor zu großen Erwartungen, sondern nennt konkret für sein Unternehmen sogar zahlen. „Wir rechnen 2013 mit Umsatzeinbußen in der Höhe von sechs Millionen Euro.“ Schon heuer wird rund eine Million weniger erwirtschaftet als sonst. Die Gründe liegen für Trummer auf der Hand: „Viele Urlauber lassen sich aufgrund des Events selbst abschrecken und verbringen den Winterurlaub gleich woanders, weil sie dem Trubel entfliehen wollen. Dazu kommt ein Heer von Offiziellen, damit meine ich Sportler, Betreuer, Pressevertreter und Prominente, die die Aufstiegshilfen mit Gratis-Skipässen frequentieren.“

Ähnlich ernüchternd könnte das auch für die Beherbergungsbetriebe ausfallen. Alleine für das Kontingent der Offiziellen ließ der ÖSV als Veranstalter 6000 Betten blockieren. Bei 24.000 verfügbaren Gästebetten in der gesamten Region ist das bereits ein Viertel der Kapazität – die zum überwiegenden Teil nur in Einzelbelegung okkupiert ist.