Küchenleiter Ingo Taubert (Mitte) erhielt in der Kategorie „Prävention“ den Gesundheitspreis der Stadt Wien.
30 Millionen betagte Menschen in der EU sind von Anorexie oder Appetitlosigkeit betroffen. 40 Prozent der Patienten in Krankenhäusern und 60 Prozent der Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen sind von Unternährung betroffen oder gefährdet. 170 Millionen Euro werden in der EU jährlich für die vordergründige Behandlung dieser Fehlernährung ausgegeben. Dreimal so viel wie für Fettleibigkeit.
Küchenmeister Ingo Taubert, Küchenleiter im Haus Alszeile des „Kuratoriums Wiener Pensionisten Wohnhäuser“ entwickelte in den vergangenen Jahren eine Methode, um betagte Menschen und dabei vor allem Demenzkranke, zum täglichen Essen anzuregen.
Das „Projekt Schaukochen gegen Anorexie“ fußt auf der Erkenntnis Tauberts, dass die einzige Erinnerung für Demente oft die Gerüche aus der Kindheit sind. Nach erfolgreichen Versuchen mit frischen Kräutern baute Taubert einen Frontcooking-Wagen, mit dem das Küchenteam auf den Stationen direkt vor den Gästen kocht.
Der Erfolg spricht für sich. Angeregt durch die frischen Kochdüfte und das Erlebnis, Köchinnen und Köchen bei der Arbeit zuzusehen, steigt der Appetit der Gäste signifikant an. Das im Haus Alszeile als Pilotprojekt gestartete Vorhaben wird inzwischen in allen Kuratoriumshäusern praktiziert.
Ingo Taubert wurde für sein Konzept am 16. Dezember der „Gesundheitspreis der Stadt Wien“ verliehen.


