Walter Veit vom Hotel Enzian in Obertauern warnt vor weiteren Kürzungen des Saisonnierkontingents. Bild: ÖHV/Wild & TeamKontingent wurde um 25 Prozent gekürzt. Die Hotellerie fühlt sich düpiert.
Der Salzburger Walter Veit, Landesvorsitzender der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), ist ratlos. „Wie die Hotellerie mit einem Viertel weniger Saisonniers auskommen soll, wird mir niemand erklären können“, kommentiert der Hotelier aus Obertauern die neuerliche Kürzung des Kontingents für saisonale Arbeitskräfte. Auch beim Arbeitsmarktservice AMS des Landes gibt man sich überrascht und findet keine Erklärung für die Maßnahme.
Wie jetzt bekannt wurde, kürzte die Regierung das Saisonnierkontigent für den Sommer im Bundesschnitt um acht Prozent auf 4115 Saisonniers. Am kräftigsten fielen die Einschnitte in Salzburg mit minus 25 Prozent aus. Damit stehen der Hotellerie und Gastronomie des touristisch stark geprägten Bundeslandes nur noch 600 saisonale Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern zur Verfügung.
Um den Betrieb am Laufen zu halten, müssen Hoteliers auf ausländische Mitarbeiter zurückgreifen. „Die vielen offenen Stellen könnten wir mit Inländern gar nicht besetzen“, verweist Veit auf Zumutbarkeitsbestimmungen, die Arbeitslose vom Arbeitsmarkt fernhalten. „Aber kein Hotelier stellt auch nur einen Saisonnier mehr ein als nötig. Ausländische Mitarbeiter kommen uns keinen Cent günstiger. Im Gegenteil, der Aufwand ist viel höher. Wir brauchen sie, sonst steht der Betrieb“, warnt Veit.
Der hochqualitative Tourismus wirkt sich für Österreichs Wirtschaft äußerst positiv aus, wie die Leistungsbilanz der Nationalbank 2009 zeigt: Von 6,3 Mrd. Euro Leistungsbilanzüberschuss kommen 6,2 Mrd. Euro aus dem Tourismus. Zwischen 2004 und 2009 stieg die Zahl der Nächtigungen in Österreichs Hotels um sechs Prozent, großteils in den personalintensiven höheren Kategorien. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in diesem Zeitraum um 18 Prozent, während das Saisonnierkontingent deutlich zurückging.

