Ein echter Rosewein aus Zweigelttrauben ist der neue Fête Rosé von der Kellerei Lenz Moser. Bild: L. Moser

Rosewein bleibt ein Roter
08.06.2009
Erfolg der Winzerlobby: Die EU zieht Plan für Roseweinverschnitte zurück.

Rosewein wird in Europa nicht zum Mischgetränk: Die EU-Kommission hat den wochenlangen Protesten von Winzern nachgegeben und heute ihre Pläne zurückgezogen, die Herstellung von Rose durch die Vermischung von Rot- und Weißwein zu erlauben. Das meldet ORF-Online.

Demnach erklärte EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel in Brüssel, die guten Argumente der Weinhersteller hätten sie schließlich überzeugt. Die Mehrheit der Winzer sei der Meinung, eine Aufhebung des Vermischungsverbots würde dem Image des traditionellen Rose schaden, sagte die Kommissarin. In Brüssel hatte die Lobby der Weinhersteller wochenlang gegen die Pläne der Kommission gekämpft, so der ORF auf seiner Homepage.

Zur Herstellung eines Roseverschnitts wird Weißwein als Basis verwendet. Die Farbe entsteht durch die Zugabe von drei bis fünf Prozent Rotwein. In Europa wird Rose wie auch in Österreich traditionell dadurch gewonnen, dass die Schalen der roten Trauben bei der Herstellung früher von dem farblosen Saft getrennt werden als bei Rotwein. Die EU-Kommission wollte das Vermischungsverbot aufheben, damit die europäischen Produzenten im Wettbewerb mit der Konkurrenz von anderen Kontinenten bestehen können. Weltweit werden jährlich rund 22 Millionen Hektoliter Rosewein hergestellt, drei Viertel davon in EU-Ländern. Frankreich ist mit einem Anteil von rund 29 Prozent der größte Produzent der Weinsorte, die dort vornehmlich in der Provence hergestellt wird.