Eine große Halle, anstatt eines Konglomerats von fünf Hallen, sollen im Salzburger Ausstellungszentrum entstehen. Bild: SAZ
Fünf Hallen des Salzburger Ausstellungszentrums müssen bis spätestens 2011 völlig erneuert werden. Konkret handelt es sich um die Hallen 10 bis 15, die einerseits völlig veraltet sind und andererseits durch schrittweise Erweiterungen ein unüberschaubares Hallenkonglomerat entstehen haben lassen, das modernem Messemanagement keineswegs mehr entspricht. Das ist auch der Grund, weshalb der Geschäftsführer des Ausstellungszentrums Henrik Häcker und sein Aufsichtsratschef, der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden, planen, anstatt fünf neuer Hallen eine Riesenhalle zu errichten. Die neue Halle soll eine Ausstellungsfläche von 15.000 m2 bieten und je nach Veranstaltung sechs- oder neunfach unterteilbar sein.
Neben dem traditionellen Messewesen – insbesondere dem Fachmesse-Highlight „Herbst-Gast“ mit bis zu 50.000 Besuchern – sollen in dem neuen Komplex Veranstaltungen wie der „Silvester-Stadl“ abgehalten werden. Für diese Volksmusik-Show muss ein Rahmen geboten werden, der bis zu 5000 Besucher verträgt. Dafür sind das Salzburger Kongresshaus im Stadtzentrum mit einem Fassungsvermögen von 1200 Personen sowie die unmittelbar ans Ausstellungszentrum angeschlossene Salzburg Arena entschieden zu klein.
Vor allem für die „Herbst-Gast“ hätte die Idee einer großen Halle besonderen Charme. Die Veranstaltung leidet seit Jahrzehnten unter beengten Platzbedingungen, die auch eine klare Strukturierung nach Branchenthemen bereits im Vorfeld verhindert. Mit diesem Plan bestünde somit eine echte Chance, die „Gast“ zu dem Messeevent von europäischem Rang zu machen.
Den Verantwortlichen ist klar, dass das Zeitfenster für den Bau knapp bemessen ist. Henrik Häcker: „Aufgrund der Veranstaltungen gibt es nur die Chance, von Anfang April bis Ende Oktober zu bauen. Bei einem Volumen von 15.300 m2 muss da jeder Schritt und jeder Termin sitzen. Es wäre schlimm, würde die Halle für die ‚Gast‘ nicht fertig werden.“
Diesem ehrgeizigen Plan vorausgegangen sind äußerst zähe Verhandlungen der Eigentümer über die Finanzierung des Projektes. Stadt und Land Salzburg sowie die Wirtschaftskammer sind zu je einem Drittel Eigentümer das SAZ. Die Investition wird 34 Millionen Euro verschlingen.


