Vettel-Teller und Alonso-Panne: die Fans des neuen Weltmeisters kreierten im Handumdrehen die Gerichte zum WM-Sieg. Bild: dpa
Der Hype kennt kaum Grenzen und auch als Außenstehender wird man wohl meinen: zu Recht. Hat doch die Truppe von Red Bull Racing den etablierten Teams von Mercedes, Ferrari oder McLaren gehörig die Suppe gehörig versalzen und Fahrer- wie Konstrukteurs-WM-Titel in der wichtigsten Motorsportklasse der Formel 1 gewonnen. Mit diesem Sieg findet auch das jüngste Märchen eines in seinen Anfängen stehenden Superstars seine logische Fortsetzung: Weltmeister Sebastian Vettel, 23 Jahre jung und neue Ikone am Vermarktungshimmel der Roten Bullen aus Fuschl, deren 66-jähriger Big Boss Dietrich Mateschitz sein Dogma der Verschwiegenheit kurzerhand über Bord warf und sogar – noch völlig von der Begeisterung der sich überschlagenden Ereignisse – in Mikrophone sprach.
Zeitgleich mit diesem singulären Sieg lief auch die hochprofessionelle Party- und Eventmaschinerie des Brausekonzerns an. Der Flug von Abu Dhabi wurde noch in einer Linienmaschine von Emirates nach München absolviert. Aber dort wartete schon der Mateschitz-Privatjet, eine wunderschöne Falcon, die den Jubeltross in der herrlichen Föhnstimmung der Alpen von München nach Salzburg beförderte. Und hier gegenüber des Flughafengebäudes befindet sich die Homebase für ein- und abfliegende Stars, Sternchen, Sportler, Talente und Freunde von Red Bull. Hier wurde auch der Link zum Hauptgeschäft der Energy-Drink-Marke verknüpft. Immerhin ermöglicht der Verkauf von jährlich mehr als vier Milliarden Dosen des taurinhältigen Getränks nicht nur den Unterhalt und das Auskommen zweier Formel 1-Rennställe, sondern auch Aktivitäten wie den Hangar 7 und den Red Bull-Fernseh-Kanal „Servus TV“.
Welche Phantasie der Enthusiasmus des ganzen Zirkus auszulösen im Stande ist, bewiesen die treuesten Fans Vettels aus seiner hessischen Heimatstadt Heppenheim. Blitzartig wurde der „Vettel-Teller“ als kulinarisches Gericht kreiert: Ein Schnitzel als Monocoque mit Bratwursträdern und Pommes als Asphalt. Hämisch fiel das Gericht des Verlierers aus: Fernando Alonso darf sich anstatt seines 3. WM-Titels über eine spanische „Paella-Panne“ freuen.


