Evaluierung brachte eine Bestätigung des Status quo beim Rauchergesetz in der Gastronomie: Gesundheitsminister Alois Stöger. Bild: Ministerium

Rauchergesetz bleibt
08.04.2010
70 Prozent der Österreicher befürworten die aktuelle Lösung des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie. Gesundheitsminister Stöger stellt die Ergebnisse der Evaluierung vor.

Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Gesundheitsminister Alois Stöger angekündigt, das Rauchergesetz in der Gastronomie ein Jahr zu beobachten und dann evaluieren zu lassen. Heute (8. April) stellte Stöger gemeinsam mit IFES-Geschäftsführerin Imma Palme die Ergebnisse einer diesbezüglichen Studie vor.

In Österreich sprechen sich für ein völliges Rauchverbot in Lokalen nur 19 Prozent der Befragten aus. Neun Prozent sind für Raucherlokale. Sieben von zehn Österreicherinnen und Osterreichern sind für räumlich getrennte Nichtraucher- und Raucherbereiche. Die Trennung von Raucher‐ und Nichtraucherbereich in Lokalen ist der Mehrheit sehr wichtig (69 %). Von den Nichtrauchern wollen acht von zehn die Trennung, bei den Rauchern ist es jede/r Zweite.

59 Prozent wünschen sich, dass Österreich den bisherigen „moderateren“ Weg fortsetzt. 41 Prozent sind der Ansicht, dass es in Österreich striktere Bestimmungen zum Schutz der Nichtraucher vor Tabakrauch geben sollte. Seit dem Inkrafttreten des gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie hat die große Mehrheit nichts an ihren Lokalgewohnheiten geändert (70 %). 26 Prozent der Befragten suchen sich seither bewusst Lokale aus, in denen das Rauchen erlaubt ist. Umgekehrt peilen 23 Prozent nun jene Lokale an, in denen überall Rauchverbot herrscht.

Sowohl Lokale mit einem Gastraum unter 50 m2 als auch jene zwischen 50 und 80 m2 werden derzeit zu 56 Prozent als Raucherlokale geführt.

71 Prozent der Wirte, die einen Gastraum zwischen 50 und 80 m2 haben und ihren Betrieb derzeit als Raucherlokal führen, ließen bereits prüfen, ob eine Raumteilung zulässig ist.

27 Prozent werden tatsachlich eine Raumteilung durchführen bzw. haben das schon

getan. 68 Prozent gedenken nicht, dies zu tun. Weitere fünf Prozent überlegen es sich noch.

Wirte mit mehreren Gasträumen verfügen zu 13 Prozent ausschließlich über

Nichtraucherräume und zu drei Prozent ausschließlich über Raucherräume.

84 Prozent haben sowohl Raucher‐ als auch Nichtraucherräume.

78 Prozent der Wirte, die entweder ausschließlich Raucherräume oder Nichtraucher‐ und Raucherräume haben, planen eine Aufteilung nach den gesetzlichen Erfordernissen. Zwei von zehn Wirten werden dies nicht tun und zwei Prozent überlegen noch.

Diesbezüglich sollen laut Stöger künftig Verstöße stärker sanktioniert werden: „Ich habe einen Prüfungsauftrag erteilt, inwieweit ich einen Weisungsauftrag habe, wie die Höhe der Strafe auszusehen hat.“ Die Geldbußen sollen die Wirte je nach wirtschaftlicher Ertragslage empfindlicher treffen, angedacht wird eine individuelle Strafbemessung. „Und“, so Stöger weiter, „es wird im Wiederholungsfall schwierig für den Wirt und sehr, sehr teuer.“