Befindet sich als Unternehmer auf dem Rückzug: der Hotelier und ehemalige Präsident der Salzburger Wirtschaftskammer Rainhardt Buemberger. Bild: Reed MesseDer ehemalige Präsident der Salzburger Wirtschaftskammer und Tennengauer Hotelier Rainhardt Buemberger dementiert Verkaufsgerüchte, will aber aufhören.
Um die Traditionshotels der Tennengauer Gemeinde Abtenau, „Rother Ochs“ sowie dem „Abtenauer Hof“ und deren Besitzer Rainhardt Buemberger kursieren wilde Gerüchte. Einerseits ist es seit Wochen Ortsgespräch in Abtenau, der umtriebige Hotelier habe seine Betriebe bereits veräußert. Ein Indiz dafür könnte sein, dass der Unternehmer, der Bundessektionsobmann für Tourismuswirtschaft sowie mehrere Jahre Präsident der Salzburger Wirtschaftskammer war, sich seit April 2009 offiziell in Pension befindet. Noch auf der vergangenen Fachmesse „Alles für den Gast“ im November in Salzburg, war Buemberger in völlig entspannter Atmosphäre anzutreffen.
Allerdings dementierte der ehemalige Tourismus-Funktionär in den „Salzburger Nachrichten“ die Verkaufsgerüchte. „Er befinde sich in Gesprächen“, sagte er. An einem bereits definitiven Verkauf sei nichts dran. Allerdings fügte er hinzu: „Ich mache nicht mehr weiter“ und lieferte auch gleich eine Begründung: „Ich habe keinen Nachfolger, meine Kinder wollen nicht.“ In dem Tennengauer Ort spricht man allerdings bereits offen über den Käufer. Es soll sich um einen englischen Investor mit steirischen Wurzeln handeln.
Das unternehmerische Wirken Buembergers warf Licht und Schatten auf die heimische Tourismuswirtschaft. So hatte er bei mannigfaltigen Projekten seine Finger im Spiel, die allerdings über das Projektstadium nie hinaus kamen. Sei es ein einstmals beabsichtigtes Weinerlebnisland am Salzburger Flughafen oder touristische Megaprojekte mit dem oberösterreichischen Baustoff-Unternehmer Hans Asamer, die ebenfalls nie realisiert wurden. Neben seinen Abtenauer Betrieben übernahm Buemberger für die Raiffeisenbank ein Pleite gegangenes Hotel im Mühlviertel und übergab es seiner Tochter, die es unter dem Namen „by Rainhardt“ als Kinder- und Familienhotel weiterführte.
Den Groll der Kollegenschaft zog sich der Hotelier vollends zu, als er seine Hotelzimmer zu Billigpreisen über einen Diskonter anbieten ließ. Heute ist dieser Vertriebskanal ein gängiges Instrument in der Hotellerie. Nicht zuletzt deshalb musste er auch als Kammer-Boss seinen Hut nehmen. Allerdings realisierte der Vollblut-Macher auch Visionen mit ungetrübter Energie. So trieb er die Errichtung des Alpendorfs Dachstein West – ein Hüttendorf mit 90 Chalets, direkt am Lift gelegen – voran, das die Nächtigungsstatistik des Lammertals bis heute nachhaltig positiv beeinflusst. Der Gratis-Skibus in dieser Destination ging ebenfalls auf seine Initiative zurück.
Rainhardt Buemberger vereinte also echte Unternehmerqualitäten im besten Wortsinne. Und die Anliegen von Hoteliers und Gastwirten vertrat er auch schonungslos als Kammerfunktionär. So sind seine verbalen Scharmützel, die er mit dem Chef der Gewerkschaft vida Rudolf Kaske ausfocht, legendär. Ohne Rücksicht auf Verluste vertrat er dabei die Interessen der Unternehmerschaft – auch das sollte seiner Kammer-Karriere nicht förderlich gewesen sein.

