Hotelier Ernst Mayer hat sich mit dem Hotel übernommen. Die hohe Zinsenlast zwang ihn in die Insolvenz. Trotz großer Schulden ist das Haus gut gebucht.
Wie soll ein Haus in dieser Lage jemals rote Zahlen schreiben? Diese Frage drängt sich beim Pointhotel in Anif bei Salzburg auf. Es ist das dem Autobahnknotenpunkt „Salzburg-Süd“ am nächsten gelegene Hotel, und trotzdem hört man vom Verkehr keine Spur, zumal das Haus inmitten einer herrlichen grünen Oase liegt. Außerdem ist die Nobelgemeinde Anif bekannt und beliebt für Geschäfts- und Individualreisende, weil eben gerade optimal vor den Toren Salzburgs positioniert und trotzdem am Lande. Absolute Ruhe und optimale Verkehrsanbindung dürften aber nicht gereicht haben. Das Hotelierehepaar Ernst und Geeta Mayer musste nun den Gang zum Konkursrichter antreten.
2002 war noch alles eitel Wonne. Ernst Mayer, bis dahin erfolgreicher Manager der Kettenhotellerie, der international viele Jahre für Holiday Inn tätig war, kehrte für die Hotelkette nach Österreich zurück und leitete das ehemalige Hotel Pitter in der Salzburger Rainerstraße, das zu einem Holiday Inn Crowne Plaza Pitter umfirmiert wurde. Nach dem Ausstieg bei Holiday Inn wagte Mayer den Schritt in die Selbstständigkeit und kaufte um zwei Millionen Euro das Pointhotel in Anif. Nach eigenen Angaben hat das Paar im Verlauf der Jahre weiter 1,5 Millionen Euro in den Betrieb investiert.
Das Gebäude steht allerdings auf Pachtgrundstücken der Pfarre Anif. Der jährliche Pachtzins beläuft sich auf 75.000 Euro. Außerdem weigert sich der Grundeigentümer beharrlich, etwaigen Investoren zumindest ein Baurecht auf das Hotelgrundstück einzuräumen. Das Ehepaar, das auch Gesellschafter der Betriebs-GmbH. ist, hätte schon seit geraumer Zeit nach Interessenten gesucht. Allerdings dürfte bei den Finanzinstituten nun die Geduld zu Ende sein. Betroffen sind rund 50 Gläubiger, davon hauptsächlich die Volksbank. Die Forderungshöhe wird mit 3,5 Millionen Euro beziffert. Insgesamt sind von der Insolvenz 26 Mitarbeiter betroffen. Nach Mayers Angaben ist das Haus aber momentan noch „sehr gut gebucht.“


