Kein Glück für den „One Ocean Club“. Die Reichen winkten ab, die Veranstalter sitzen auf horrenden Verlusten. Bild: Kreuzfahrt-Zentrale.

Pech mit Hotelschiffen für Fußball-WM
18.05.2010
Einstiger Medienmogul Leo Kirch floppte mit dem Plan, zahlungskräftigen Kunden eine Unterkunft in Südafrika zu bieten.

Verluste in zweistelliger Millionenhöhe muss nun der einstige deutsche Medienunternehmer Leo Kirch (SAT1, Pro7) verkraften. Der 83-jährige Kirch und sein Partner Werner von Moltke wollten mit zwei gecharterten Kreuzfahrtschiffen eine vermeintliche Bettenmisere während der demnächst stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ausnutzen. Tatsächlich, so berichtet das deutsche Handelsblatt, sollen nur 40 Prozent der Betten gebucht worden sein. Drei Wochen vor dem WM-Start, so die Wirtschaftszeitung, hätten Kirch und sein Kompagnon Moltke das „One Ocean Club“ genannte Projekt nun abgeblasen. Zurück blieben Verluste in zweistelliger Millionenhöhe.

Der Plan war ehrgeizig. Insgesamt 4600 Betten wollte das Unternehmerduo auf den Kreuzfahrtschiffen MS Noordam und MS Westerdam vermarkten. Die Preisvorstellungen entsprachen allerdings kaum der Realität. Zwei Nächte in einer Innenkabine sollten 890 Dollar kosten, für ein 123 Quadratmeter Penthouse wurden 9000 Dollar verlangt.

Allerdings sind die Hotels in den und um die Spielorte kaum ausgelastet und zudem auch in der höchsten Luxuskategorie um einiges billiger. Viele Hotelketten sollen Insidern zufolge derzeit versuchen, mit Schnäppchenpreisen die Betten auszulasten. Ebenso werden die Tickets massiv verschleudert, um die Stadien zu füllen.

Vor diesem Hintergrund drohten die schwimmenden Luxusherbergen zu Geisterschiffen zu verkommen, heißt es nicht ohne Häme. Vor allem große Unternehmen hätten in den vergangenen Wochen massenweise storniert. Zwar setzte sich FIFA-Chef Joseph Blatter persönlich für die Hotelschiffe ein, doch bleibt vorerst unklar, wer für die Kosten am Herbergsdesaster im Hafen geradesteht.