Gewürze bald so teuer wie Edelmetall? Vanilleanbau auf Zanzibar. Bild: Lado

Paprika und Pfeffer als Goldersatz
08.12.2010
Ernteausfälle und Spekulationen treiben Preise für Gewürze in die Höhe.

Eine Schiffsladung Pfeffer bedeutete im 17. Jahrhundert ein Vermögen. Manche bauten sich mit dem Erlös Häuser und Kirchen. So entstand zum Beispiel das Gebäude, in dem sich heute das Gourmet-Restaurant „Pfefferschiff“ in Salzburg befindet. Der Name weist nach wie vor auf die Geschichte hin.

Bald könnte es wieder soweit sein. Pfeffer, Muskatnüsse und viele andere Gewürze bewegen sich zurzeit in einer beispiellosen Preisspirale nach oben. Gewürze könnten unter diesen Voraussetzungen wieder zu ähnlichen Kostbarkeiten werden, wie sie es vor Jahrhunderten einmal waren, berichtet der Branchendienst cafe-future.net.

Schlechte Ernten in den Hauptanbauländern, steigender Inlandskonsum in diesen Ländern und anhaltende Spekulationen auf die Naturrohstoffe treiben die Preise vieler Gewürze seit Monaten deutlich in die Höhe. Verspäteter Monsun und untypische Niederschläge in Indien, Indonesien und Vietnam, Trockenheit und Erdbeben in China sowie Wirbelstürme im Pfeffergürtel rund um den Äquator reduzieren nicht nur die Ernten, sondern führen auch zu Qualitätsproblemen.

Die Pfeffervorräte in Europa schwinden. Gleichzeitig lassen die Lieferländer, allen voran Vietnam, derzeit keine Ware nach Europa verschiffen. In der Folge liegt der Pfefferpreis derzeit um mehr als 50 Prozent über dem Vorjahr. Ähnlich oder zum Teil noch dramatischer ist die Situation bei Muskatnüssen und -blüten, chinesischen Knoblauchprodukten, Kurkurmar, Zimt und Gewürzpaprika. Mit einer Entspannung der Preis- und Versorgungssitation wird in absehbarer Zeit nicht gerechnet.