Bemühten sich redlich und scheiterten um einen lächerlichen Punkt an der Finalteilnahme: Bocuse d’Or-Österreich-Präsident Toni Mörwald (r.) und sein Schützling Roland Huber, der im Zivilberuf Küchenchef im Mörwald-Betrieb „Kloster Und“ ist. Bild: redberry/Krug
Die Übernahme des Präsidentenamtes der österreichischen Bocuse d’Or-Vereinigung durch den niederösterreichischen Gastronomen Toni Mörwald scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Bei der jüngsten Europa-Ausscheidung des prestigeträchtigen Kochwettbewerbes Bocuse d’Or in Genf erreicht Mörwald-Küchenchef Roland Huber Platz 13. Es fehlte ein klitzekleiner Punkt auf Platz zwölf. Und dieser zwölfte Platz wiederum hätte bedeutet, dass Österreich erstmals wieder seit 2007 an der Teilnahme des Kochwettbewerbes, der alle zwei Jahre anlässlich der Fachmesse SIRHA in Lyon stattfindet, hätte teilnehmen dürfen. Nun ist unser Land ein weiteres Mal zum Zuschauen verdammt.
Der Bocuse d’Or – benannt nach der französischen Kochikone Paul Bocuse – gilt seit Jahrzehnten als einer der imageträchtigsten Kochwettbewerbe weltweit. In der Tat ist es imposant mitzuerleben, wenn beim Finale alle zwei Jahre in Lyon nahezu sämtlichen Drei-Sterne-Michelin-Köche aus aller Herren Länder anreisen, um dem Bewerb die nötige Autorität zu verleihen. Und über allem thront unangetastet: Meister Paul Bocuse, mit seinen bereits 84 Jahren.
Österreichs Geschichte mit dem Bocuse d’Or ist zwiespältig. Hans Peter Fink, Hans Haas und auch Jörg Wörther erreichten tolle Ergebnisse, wobei Haas sogar einmal Dritter wurde, allerdings für Deutschland antrat. In jüngerer Vergangenheit konnte nur Thomas Dorfer, Küchenchef und Schwiegersohn von Lisl Wagner-Bacher mit einem respektablen sechsten Platz 2005 kulinarisch für Furore sorgen. Sein Nachfolger Thomas Göls landete 2007 unter ferner liefen und Österreich büßte damals auch das Recht an der Finalteilnahme ein. Das wiederum bewog den langjährigen Bocuse d’Or-Österreich-Präsidenten Rudi Obauer, das Handtuch zu werfen und Toni Mörwald sah seine Stunde gekommen. Er übernahm das Agenden des Wettbewerbes und verpasste nun mit seinem Kandidaten Roland Huber, der im Mörwald-Betrieb „Kloster Und“ das Küchenzepter schwingt, um einen Punkt den rettenden zwölften Platz. Österreich kann somit allerfrühestens 2013 wieder ins Wettbewerbsrampenlicht des Bocuse d’Or treten. Voraussetzung dafür ist allerdings das Erreichen eines Top-Zwölf-Platzes bei der Europaausscheidung 2012.


