Dementierte monatelang einen Abgang aus Velden und startet mit Jahresbeginn im Palais Coburg: Drei-Hauben-Koch Silvio Nickol. Bild: kleinezeitung.at

Nickol wechselt ins Coburg
26.08.2010
Silvio Nickol, Drei-Hauben-Koch im Schloss Velden, wechselt in das Palais Coburg, in dem Eigentümer Peter Pühringer an die Erfolge eines Christian Petz anschließen will

Wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet, wechselt eine große Koch-Hoffnung. Silvio Nickol, der sich aktuell im Restaurant Seestern des Hotels Schloss Velden kulinarisch auslebt, soll das stillgelegte Spitzenrestaurant im Palais Coburg reanimieren. Zur Erinnerung: Wenige Tage, nachdem der Gourmetführer „Gault Millau“ im November 2008 den Coburg-Cuisinier Christian Petz mit der heiß ersehnten vierten Haube auszeichnete, warf dieser das Handtuch. Petz betreibt mittlerweile eine eigene Schokoladenfertigung. Immer wieder war davon die Rede, er werde mit einem „ganz einfachen Wirtshauskonzept“ wieder in das gastronomische Geschehen Wiens einsteigen, aber schlussendlich ergab sich nichts Konkretes.

In dem im Volksmund liebevoll „Spargelburg“ genannten Palais Coburg ist nach dem Abgang Petz‘ kulinarische Steppe ausgebrochen. Bis auf ein Bistro wurde das Gastronomieangebot, von diversen Catering-Geschichten abgesehen, eingestellt. Nun scheint Eigentümer Peter Pühringer mit Nickol wieder neue Motivation vorgefunden zu haben. Ab kommendem Jahr soll an frühere kulinarische Höhenflüge angeknüpft werden.

Nickol wiederum verstand es blendend, sich im Hotel Schloss Velden, das seit Monaten im Zusammenhang mit der Hypo Alpe Adria Bank nicht mehr aus den Schlagzeilen kommt, in der Gourmetwelt in Szene zu setzen. Wie allgemein bekannt ist, versucht die Bank das Hotel seit einigen Monaten loszuwerden. Bislang jedoch ohne konkretes Ergebnis. Ein Deal mit italienischen Interessenten scheiterte bereits im Stadium einer nicht geleisteten Anzahlung. Bis zu 130 Millionen Euro werden als Gesamtinvestition für dieses Luxusprojekt kolportiert. Eine mögliche Verkaufssumme wurde mit unter 60 Millionen Euro beziffert. Betrieben wird das Schloss Velden von der amerikanischen Capella-Gruppe. Ungeachtet der Querelen um Kosten, Investitionen und neue Eigentümer kochte Silvio Nickol im Restaurant Seestern so stark auf, dass er von Gault Millau bereits mit drei Hauben ausgezeichnet wurde.