Geht es nach dem Willen des österreichischen Fachverbandes Hotellerie sowie seiner deutschen und schweizerischen Pendants, dem Hotelverband Deutschland und der hotelleriesuisse, dann schlafen die Gäste in diesen drei Ländern ab dem nächsten Jahr unter neuen Sternen. Gemeinsam haben die drei Interessensvertretungen ein neues Sterne-Qualifizierungssystem entwickelt, das einen einheitlichen Standard in der Hotel-Qualifizierung bringen soll. In Österreich und Deutschland tritt das neue System mit 1. Jänner 2010 in Kraft, die Schweiz folgt ein Jahr später.
Vorgestellt wurde das neue System, das auch einen mitteleuropäischen Standard begründen soll, am Dienstag. Die Änderungen im bisherigen System betreffen in erster Linie den Vorgang der Klassifizierung selbst. Der neue Kriterienkatalog ist transparenter und lesefreundlicher. Mit Deckblatt umfasst das Listenwerk nur 22 Seiten. Der Vorteil: Jeder Hotelier kann schon vor dem Kommissionsbesuch die für ihn wesentlichen Punkte im Eigencheck überprüfen. Der Willkür früherer Tage wird so ein kleiner Riegel vorgeschoben.
Nach Meinung der Wirtschaftskammer ist die neue Hotelklassifizierung flexibler und damit gerechter. Vor allem durch eine nun mögliche Anrechnung des Dienstleistungsangebotes ist auch die Erreichung der Zwischenklasse „Superior“ – die es nun für alle Kategorien gibt – möglich.
Tatsächlich zählt bei der Überprüfung mehr das Vorhandene als das Fehlende – die WKO sagt dazu: „Nicht nur K.O., sondern mehr O.K.“ Der Katalog setzt sich aus Mindestkriterien, einer Mindestpunkteanzahl sowie dem Zusatz Superior zusammen. Dieser Mix ergibt die Anzahl der zu vergebenden Hotelsterne. 90 Punkte braucht es mindestens, um einen Stern an die Tür kleben zu können, 570 für ein Fünf-Stern-Hotel. Insgesamt könnten 842 Punkte erreicht werden. Zusätzlich zum Punktekatalog ist nun allerdings ab der Drei-Stern-Kategorie ein Mysterie Guesting erforderlich. Kriterienkatalog 2010



