KTM-Eigentümerin Carol Urkauf Chen erwarb das Traditionshotel „Post“ in Steinbach am Attersee. Bild: atterseelife
Die Österreichische Nationalbank trennt sich „von nicht mehr zeitgemäßen Altlasten“. So zumindest wird OeNB-Sprecher Oliver Huber zitiert. Konkret geht es dabei um den Verkauf des Hotels Post in Steinbach am Attersee. Seit 1954 ist das Institut im Besitz der Liegenschaft am Ostufer des äußerst beliebten Salzkammergutsees. Der in die Jahre gekommene Beherbergungsbetrieb verzeichnete zuletzt rund 7000 Gästenächtigungen pro Jahr bei rund 74 Betten.
Die Verkaufsabsichten sind seit längerem publik. Und auch zirka seit Jahresbeginn bekundete die Fahrrad-Unternehmerin Carol Urkauf Chen Interesse an dem Projekt am Attersee. Die Eigentümerin der Fahrrad-Marke KTM in Mattighofen gab aber bisher zu den Verhandlungen keinen Kommentar ab. Der Deal ist laut den „Oberösterreichischen Nachrichten“ seit Ende April unter Dach und Fach.
Der Betrieb ist zurzeit geschlossen, was vor allem dem Bürgermeister sowie dem Tourismusdirektor des Seengebietes die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. „Unser Wunsch ist es natürlich, dass es ein Hotel bleibt“, meint etwa Steinbachs Bürgermeister Franz Kneißl. Tourismusdirektor Christian Schirlbauer wiederum beklagt den Mangel an Qualitätsbetten rund um den See: „Nach der Pleite des Traditionsbetriebes Häupl in Seewalchen fehlen weitere 80 Betten.“ Schirlbauer sieht das Engagement der KTM-Eignerin aber durchaus positiv. „Für den Ausbau des Radweges durch das Weißenbachtal sowie den Ausbau von Mountainbike-Strecken am Attersee wäre KTM selbstverständlich der perfekte Kooperationspartner.“ Ob Urkauf Chen das Objekt als Hotel weiterführen will, ist indes völlig unklar.
Über den Verkaufspreis wurde nichts verlautbart. Allerdings hieß es in verschiedenen Meldungen zu Beginn des Jahres, der Gesamtkomplex – immerhin verfügt das Hotel über einen großzügigen Badeplatz und ist von fast 80.000 Grünfläche umgeben – werde von der OeNB um 5,5 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Ob dieser Preis realistisch ist, lässt sich bezweifeln, zumal für das Hotel Häupl in Seewalchen (80 Betten) 1,9 Millionen Euro veranschlagt waren, allerdings alle bisherigen Interessenten wegen des zu hohen Preises abgesprungen waren.
Die KTM-Fahrrad-GmbH. erwirtschaftete am Stammsitz in Mattighofen 2008 mit 253 Mitarbeitern einen Gesamtumsatz von 73 Millionen Euro und verkaufte nach eigenen Angaben 165.000 Fahrräder.


