Die deutschen Gemeinschaftsgastronomen wollen heuer mehr investieren und sehnen sich nach besserer Produktdeklaration. In Österreich ist die Situation ähnlich. Bild: HGV PRAXIS

Mehr Investitionen in der GV
22.01.2012
Das deutsche GV-Barometer 2012 signalisiert auch verstärktes Interesse am Thema „Lebensmittel- Kennzeichnung“.

In Deutschlands Gemeinschaftsgastronomie wird auch im laufenden Jahr fleißig investiert. Mehr Betriebe als im Vorjahr planen heuer größere Investitionen. Immer stärker in den Fokus rückt das Thema „Lebensmittel-Kennzeichnung“. Zu diesen Ergebnissen kommt das GV-Barometer 2012. Die repräsentative Studie untersucht anlässlich der Hamburger Fachmesse Internorga das Innovations- und Investitionsklima in der deutschen GV. 

Insgesamt 57 Prozent der befragten GV-Betriebe wollen demnach 2012 investieren. Größere Anschaffungen planen 51 % (2011: 47 %). Sowohl bei den Betriebsrestaurants (Business-Bereich) als auch bei den Kliniken und Heimen (Care-Bereich) stehen Ausstattungen zum Kochen und allgemeine Ausstattungen an erster Stelle. Bei den Betriebsrestaurants liegen die Anschaffungspläne in mehreren Bereichen deutlich über denen für 2011, das betrifft unter anderem Ausstattungen zur Warenpräsentation, Spülmaschinen, Klimatechnik sowie Kassensysteme und Datenverarbeitung. In der Klinik- und Heimverpflegung werden häufiger Neuanschaffungen bei Speisentransportsystemen und Serviersystemen geplant. 

Ein Drittel der investitionsbereiten Betriebe rechnet für heuer mit Anschaffungen in Höhe von 50.000 Euro und mehr. Damit bewegen sich die Betriebsrestaurants in etwa auf Vorjahresniveau (2011: 35 %), die Kliniken und Heime liegen etwas darunter (2011: 42 %). 

Bei Umstrukturierungen greifen GV-Betriebe vor allem auf Maßnahmen zum Personalabbau und zur Zentralisierung der Essenzubereitung zurück. Das gilt für den Care-Bereich stärker als für den Business-Bereich. Während 45 % der Kliniken und Heime in letzter Zeit Personal abgebaut haben, dies planen oder darüber nachdenken, liegt dieser Wert bei den Betriebsrestaurants nur bei 32 %. Unmittelbar daraus ableiten lässt sich der zu beobachtende Trend zur Zentralisierung der Essenszubereitung (Business: 35 %, Care: 41 %). 

Unverändert gut ist die Ausgangssituation für die Einführung neuer Produkte in der GV. So bekundet die Hälfte der Befragten ein großes Interesse an Produktinnovationen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Bei allen GV-Betrieben stehen die Aspekte Qualität, Gesundheitsorientierung, Geschmack und Optik im Vordergrund. 

Große Bedeutung für alle GV-Betriebe hat das Thema „Kennzeichnung von Lebensmitteln“. So ist einer deutlichen Mehrheit die Aufführung von Zusatzstoffen und Allergenen sehr wichtig. Dabei wünschen sich fast alle GV-Betriebe, dass die Informationen zur Kennzeichnung der Lebensmittel auf der Verpackung angegeben werden und nicht nur im Internet. Eine Kennzeichnung der Herkunft ist den GV-Betrieben wichtiger als eine Kennzeichnung als Bioprodukt. 

Für die repräsentative Umfrage GV-Barometer 2012 hat Marktforscher Wolfgang Irrgang in insgesamt 310 GV-Betrieben die Entscheidungsträger im Verpflegungsbereich (in der Regel die Küchenleiter) befragt. Die Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland umfasst nach Informationen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga mehr als 30.000 Betriebsrestaurants, die pro Woche rund 30 Millionen Mahlzeiten servieren, sowie mehr als 16.000 Kliniken, Heime und Reha-Einrichtungen mit täglich rund 1,2 Millionen Mahlzeiten. Die Branche setzt in Deutschland im Jahr geschätzte 15 Milliarden Euro um.