Der Ministeriumserlass gilt seit Anfang dieses Jahres. Veranstaltern von Gruppen-Maturareisen wie beispielsweise „summersplash“ oder „X-Jam“ ist es verboten – in den Klassenzimmern für ihre Reisen zu werben.
Das Marketing der Anbieter ist ausgeklügelt und bis ins letzte Detail durchdacht. Bereits ab Oktober erhalten Maturaklassen Besuch – nicht selten von ehemaligen Absolventen der Schule – um die Destinationen anzupreisen. Dabei wird vor allem mittels Bilder und Videofilmen, die feuchtfröhliche Situationen zeigen, an die Gruppendynamik in den Klassen appelliert.
Dieser Praxis schob das Ministerium nun einen Riegel vor. „Der Konsum von Hard-Drinks wird als zu einer modernen, unbeschwerten Lebensführung gehörend, verharmlost“, heißt es in dem Erlass. Bilderbotschaften via Plakate, die Jugendliche mit Wodka-Lemon-Flaschen zeigen, hätten in Schulen nichts verloren.
Dabei wird nicht nur, die nicht vorhandene Schwelle zum Alkoholkonsum kritisiert. Vielfach stehen die Anbieter wegen völlig überzogener Preise in der Kritik. Eine Woche „all inclusive“ sind meisten so um die eintausend Euro zu haben, die Verlängerungswoche bewegt sich zwischen 500 und 600 Euro. Zum Vergleich: Eine Woche „all inclusive“ in einem Vier- oder Fünf-Sterne-Hotel in der Türkei sind last minute bereits ab 299 Euro zu haben.
Die Veranstalter wehren sich naturgemäß gegen die Vorwürfe und verweisen auf enorme Zufriedenheitsraten, die bei 99,9 Prozent liegen. Splashline-Geschäftsführer Didi Tunkel (Anbieter von summersplash) wird in den Oberösterreichischen Nachrichten zitiert: „Wir kennen den Erlass und werden ihn prüfen.“


