Tritt mit klaren kulinarischen Vorgaben an: Hotelier Peter Schmutz (Bildmitte), der seinen Freund Jörg Wörther (r.) als Consultant engagierte, und Küchenchef Alexander Mayer setzt eine regional orientierte, frische und saisonal abgestimmte Karte im Tagesgeschäft um. Bild: HGV PRAXIS
Das Aufatmen in Seewalchen und entlang des ganzen Attersees war regelrecht spürbar. Der Tourismusdirektor der Region Attersee, Christian Schirlbauer, brachte es auf den Punkt: „Endlich hat der Häupl wieder offen. Die Region braucht dringend Betriebe wie diesen.“ Von einer der größten Pleiten der vergangenen Jahre war auch dieses Traditionshaus betroffen. Als das Frachtunternehmen Rumplmayr mit allen Konsequenzen in den Konkurs schlitterte, war vorerst auch das Schicksal der Residenz Häupl besiegelt. Der Betrieb wurde geschlossen, das gesamte Anwesen wanderte in die Konkursmasse. Bis schließlich die Salzburger Immobilienentwickler Werner Gnigler und Peter Schmutz auf dieses Filetstück am Attersee aufmerksam wurden. „Wir wunderten uns, dass das Objekt relativ lange zum Verkauf stand“, erinnert sich Peter Schmutz heute rückblickend. Mit ihrem Unternehmen „AWP“ erwarben die beiden Immobilienmanager, die beide einen starken Attersee-Bezug haben, die Liegenschaft aus der Rumplmayr-Konkursmasse.
Nach neun Monaten und 1,2 Millionen Euro, die in den Betrieb (Küche, Zimmer, Restaurants) investiert wurden, hob Landeshauptmann Josef Pühringer das neue Hotel-Restaurant Häupl, heute, Mittwoch, wieder aus der Taufe. Kulinarisch will Neo-Gastronom Schmutz wieder an alte, glorreiche Zeiten anknüpfen. Dafür verpflichtete er seinen Freund Jörg Wörther, um ein bodenständiges, strikt qualitätsorientiertes und auf regionale Zutaten basierendes Konzept zu realisieren. Ins Tagesgeschäft umsetzen wird das der neue Küchenchef Alexander Mayr, der nach diversen Stationen in der Wiener Szenegastronomie nun den Weg an den Attersee gefunden hat.
Neben dem Restaurant verfügt das Haus noch über 33 modern ausgestattete Vier-Sterne-Zimmer. Zusätzlicher Asset: ein traumwandlerisch schöner Blick auf den Attersee. Neben einem vollwertigen Hotel und Restaurant planen die neuen Eigentümer Schmutz und Gnigler darüber hinaus die Errichtung eines Wohnungstraktes, der unterhalb des Hauses auf der zum See hin abfallenden Wiese entstehen soll. Für dieses Projekt wartet man allerdings noch auf die hierfür notwendigen Genehmigungen.


