Vor allem die Bereiche Energie und Heizung sind in den letzten Jahren um rund elf Prozent gestiegen. Bild: fotolia

Konsum: 43.300 Euro pro Haushalt
06.12.2011
Die Konsumausgaben der Österreicher sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gestiegen, ermittelte der Marktforscher RegioPlan.

 

Einem durchschnittlichen österreichischen Haushalt stehen rund 43.300 Euro im Jahr für private Konsum – sowie für Sparzwecke zur Verfügung. Rund die Hälfte dieses Geldes wird für Fixkosten ausgegeben. Weitere 14 Prozent werden zum Sparen sowie für Kreditrückzahlungen und allfällige Gebühren aufgewendet. Immer weniger kommt dabei dem Einzelhandel zu Gute: Einzelhandelsrelevante Ausgaben machen nur mehr rund 30 Prozent der gesamten Ausgaben aus. 1990 waren es noch 40 Prozent.

Nicht immer ist uns bewusst, wie viel Geld wir wofür ausgeben. Interessant ist beispielsweise, dass ein österreichischer Haushalt durchschnittlich im Jahr circa 1000 Euro für Urlaubszwecke und damit ebenso viel für Fleisch und Fisch sowie für Glücksspiele ausgibt. Im Gegensatz dazu gibt er nur je rund 500 Euro im Jahr für Obst und Gemüse sowie für Kultur und Unterhaltung aus.

Österreicher sparen weniger. So haben die privaten Haushalte im Schnitt um rund 18 Prozent weniger in den vergangenen zwei Jahren gespart. Das Plus an Geld wurde einerseits für Fixkostenbereiche, die teurer geworden sind, ausgegeben. So zum Beispiel sind die Ausgaben zwischen 2009 und 2011 um je elf Prozent im Bereich Energie/Heizung/Licht und im Bereich Verkehr gestiegen. Hier schlägt sich insbesondere die Preissteigerung bei Heizöl, Gas sowie bei Benzin und Diesel nieder.

Andererseits waren die gestiegene Unsicherheit im Zuge der Krise sowie die höhere Inflation in diesem Jahr ein Ansporn für viele Konsumenten, ihr Geld möglichst sinnvoll anzulegen beziehungsweise nicht am Konto verfallen zu lassen. So wurde mehr Geld beispielsweise für Güter des langfristigen Bedarfs ausgegeben: für LCD und Plasmageräte je plus 15 Prozent, für Elektrohausgeräte wie Espressomaschinen plus 20 Prozent, Dunstabzugshauben und Wäschetrockner je plus zwölf Prozent sowie Waschmaschinen plus neun Prozent „Von diesem Verhalten profitieren insbesondere der Elektrohandel und der Möbelhandel sowie die Baumärkte“, kommentiert DI Michael Oberweger, Leitung Consulting bei RegioPlan die Entwicklung der Konsumausgaben. „Dieses Konsumentenverhalten kann auch als größerer Trend unserer Zeit verstanden werden: Wir möchten ganz einfach mehr Leistung, mehr Sicherheit, mehr Qualität für unser Geld bekommen.“