Kim kocht und verkauft. Ein Teil des Gewinns aus dem neuen Geschäft am Naschmakrt soll sozialen Zwecken zugute kommen. Bild: APA/Georg HochmuthStarköchin Sohyi Kim eröffnet einen Shop am Wiener Naschmarkt.
(APA). Die Wiener Zwei-Hauben-Köchin Sohyi Kim hat am Naschmarkt im Probebetrieb ihr langersehntes Verkaufslokal aufgesperrt. Unter dem Titel „Kim kocht. Shop und Studio“ hat die Chefin des Zwei-Haubenlokals „Kim kocht“ einen 40 Quadratmeter großen Verkaufsraum für ihre selbsthergestellten Chutneys, Soßen und Gewürze geschaffen, der auch als Sozialprojekt fungiert.
Kim verwandelte einen alten Gemüsestand gegenüber der Naschmarktinstitution Urbanek in ein luftiges Delikatessengeschäft, in dessen Mitte sich ein großer Thekentisch befindet. Auch wenn in diesem Studio fallweise gekocht werden kann – etwa während ihrer Kochseminare – soll der Schwerpunkt auf dem Verkauf liegen. So gibt es Salatdressings, marinierte Sardellen koreanischer Art, Shiso-Tee oder blauen Reis. Auch Wein, darunter die eigene Kim-Cuvee, wird offeriert.
Kims Standbein bleibt ihr Restaurant hinter der Volksoper am Alsergrund, in dem sie unter der Woche meistens zu finden sein wird. „Es ist keine Doppelbelastung“, meint die 45-Jährige gegenüber der APA. Es mache ihr Spaß, neue Projekte anzugehen.
Deshalb ist das Delikatessengeschäft zugleich auch ein Sozialprojekt. Ein Viertel des Umsatzes will Kim in die Ausbildung Jugendlicher mit Migrationshintergrund investieren. Konkret sollen im ersten Jahr acht Teenager mit Migrationshintergrund und zwei autochthone Österreicherinnen ein Stipendium für ihre Lehre erhalten.
Bewerben können sich 15-Jährige, die zwei Sprachen perfekt beherrschen, aus einem finanziell schwachen Elternhaus stammen und einen gewissen Notendurchschnitt aufweisen. Verpflichtend für ihre Stipendiaten, die von einer Jury ausgewählt werden, ist das Verfassen von Texten zu verschiedenen Themen auf Deutsch und in ihrer zweiten Sprache auf der Internetseite von Kims Sozialverein „Frischer Wind“. Wenn der Wunsch bestehe, könne man auch gemeinsam kochen, das sei aber keine Voraussetzung, unterstrich Kim. Auch Jugendliche mit Desinteresse am Kulinarischen und dem Wunsch, eine gänzlich andere Richtung einzuschlagen, könnten sich bewerben. Es gehe ihr darum, den Menschen mit zwei Kulturen zu zeigen, wie wertvoll dieses Erbe sei.

