In den Salzburger Landeskliniken sollen schon bald gastronomische Servicekräfte die Patientenbetreuung übernehmen. Bild: fotolia
Eine absehbare Entwicklung scheint sich nun endgültig ihren Weg zu bahnen. Das Management der Salzburger Landeskliniken überlegt, gut geschultes Service-Personal aus der Hotellerie und Gastronomie für Teile des Pflegedienstes einzusetzen.
Detailliert soll dieses Service-Personal Arbeiten übernehmen, die nicht in erster Linie durch diplomiertes Pflegepersonal erledigt werden müssen. Konkret geht es dabei um die Aufnahme der Essensbestellung, sowie um die Verteilung und das Service der Speisen auf den Stationen. Weitere Tätigkeiten könnten sein: die Hilfe für ältere oder nach einer Verletzung beeinträchtigte Patienten beim Einnehmen der Mahlzeiten und auch die Reinigung der Nachtkästchen.
Burkhard van der Vorst, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK) meinte zu den „Salzburger Nachrichten“: „Im Wesentlichen geht es um die Hotelkomponente, also alles das was den Aufenthalt im Krankenhaus so angenehm wie möglich machen soll.“ Für den Krankenhausbetreiber geht es aber auch um Einsparungen. Geschultes Service-Personal könnte auf jeden Fall die Aufgaben preisgünstiger und dank der entsprechenden Ausbildung auch besser erledigen. Nicht zuletzt sollte es auch eine höhere Qualität in der Patientenbetreuung bedeuten.
Ein weiterer Hintergrund dürfte auch sein, dass die SALK größere Probleme hat, diplomiertes Personal zu finden. In diesem Bereich sind derzeit 62 genehmigte Planstellen nicht besetzt. Als Konsequenz bleibt Geschäftsführer van der Vorst nichts anderes übrig, als das bestehende diplomierte Pflegepersonal durch eine Verlagerung der Arbeit und Aufgaben zu entlasten.
Das Ansinnen der Krankenanstalt löste prompt Dissonanzen in der Tourismuswirtschaft aus. Spartenobmann Albert Ebner jun. warnt davor, der Branche die Fachkräfte zu entziehen. Der Spitalsbetreiber würde sein blaues Wunder erleben, wenn er meine, dass die Servicekräfte auf den Bäumen wüchsen und billig seien.
Hotellerie und Gastronomie suchen ihrerseits händeringend nach qualifiziertem Personal. Ganz unbegründet ist die Sorge nicht. Denn zumindest Nachtarbeit würde im Krankenhaus keine anfallen. Somit könnte der Gesundheitsbetrieb zumindest mit attraktiveren Arbeitszeiten punkten.


