Mario Pulker, Spartenobmann Gastronomie in der WKO.

© Bild: HGV PRAXIS/Axel Schimmel

„Kalorien-Angaben sind nicht umsetzbar“

10.11.2017 - Restaurants in den USA müssen ab 1. Mai 2018 die Kalorien ihrer Gerichte auf den Speisekarten auflisten. „Das ist in der Praxis unmöglich“, betonte Mario Pulker, Bundesobmann der Sparte Gastronomie in der Wirtschaftskammer gegenüber der APA.

 

In Österreich könnte eine solche Verordnung aufgrund der vielfältigen Küche schwierig werden. „Das wäre der Tod der gesunden, frischen und regionalen Küche“, so Pulker. In den USA sei die Gastronomie von Restaurant-Ketten beherrscht, sagte Pulker. Meist handle es sich um Fast-Food-Lokale, wo die Mengenangaben immer gleich seien. Da ist eine Kalorien-Angabe leicht umsetzbar. Im Gegensatz dazu habe Österreich eine vielfältige und starke Gastronomie, wo die Portionen nie gleich seien, wenn frisch gekocht wird, meinte Pulker. „Es geht einfach nicht“, erklärte der Wachauer Hotelier. „Dazu müsste jede Portion Risotto oder jeder Fisch industrialisiert sein. Das wollen die Leute nicht“, so der Wirtevertreter.

In seinem Betrieb in der Wachau seien die Gäste überhaupt nicht daran interessiert, wie viele Kalorien im Essen seien. „Wenn einer gesundheitsbewusst ist, dann bestellt er das dementsprechend“, erklärte der Gastronom. Auch die Allergen-Verordnung habe die Leute verärgert. „In meinen Betrieb kam erst eine einzige Dame, die genau nachgefragt hat. Sie war aber schwere Allergikerin, sie fragt immer nach. Und sogar sie hat die Verordnung nicht verstanden.“

Die Angaben von Kalorien in der Gastronomie war 2014 auf EU-Ebene im Rahmen der Lebensmittel-Informationsverordnung im Gespräch, sei aber aufgrund der schwierigen Umsetzbarkeit wieder verworfen worden, erklärte Pulker. Verpflichtend sind die Angaben von Kalorien in der Lebensmittelindustrie.

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