Ausgabe 09/2010

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Herbstzeit ist Genusszeit

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Die Big Five erstmals in Diskussion

Caffetteria Giuseppe: 
7. Sinn für Lustgewinn

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Der sanfte Riese

Ausgabe 09/2010 online lesen

Teures Prestige-Projekt für Bayern: Intercontinental-Resort-Berchtesgaden. Bild: IHG
Interconti Berchtesgaden: Bank zahlt Mitarbeiter
26.05.2009

Bayrische Landesbank hat 150 Hotelmitarbeiter auf der Lohnliste und muss für 15 Millionen Verluste in drei Jahren gerade stehen.

Es handelte sich um ein Prestigeprojekt der bayerischen Staatsregierung. Auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden wurde auf dem historisch äußerst brisanten Gelände des Sommersitzes von Adolf Hitler ein modernes Zwei-Säulen-Konzept realisiert: Einerseits eine Gedenkstätte mit Dokumentationszentrum, andererseits ein Fünf-Sterne-Luxushotel. 2005 wurde der 50 Millionen Euro teure Bau aus der Taufe gehoben und vom Investor, der bayerischen Landesbank, stolz die Hotelkette Intercontinental als Betreiber präsentiert.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ nun aufdeckte, verstand es Interconti blendend, den Betreibervertrag zu seinen Gunsten auszuformulieren. Von den insgesamt 150 Mitarbeitern des Luxusresorts wird lediglich der Direktor von Interconti bezahlt. Die restlichen 149 Mitarbeiter werden von der „Berchtesgaden International Resort Betriebs GmbH“, einem Tochterunternehmen der BayernLB, beschäftigt.

Aber nicht nur das: Neben dem Direktor stellte der Bettenkonzern nur den Namen und das Reservierungssystem zur Verfügung. Mit gutem Grund, wie sich nun herausstellte. Alleine in den Jahren 2005 bis 2008 wies die Tochter der Landesbank einen Verlust von 15 Millionen Euro aus. Auch die aktuelle Belegung des Hotels mit 126 Zimmern und zwei Suiten liegt nur bei mageren 53 Prozent. Gerade stehen muss letztendlich der bayerische Steuerzahler, denn die Bank befindet sich in Staatsbesitz und: „Das unternehmerische Risiko liegt weitgehend bei der Betriebsgesellschaft. Die Ergebnisse der Betriebsgesellschaft fließen in die Bilanz der BayernLB ein“, zitiert die Süddeutsche Zeitung einen Sprecher der Bank.

In einem Punkt ist das Konzept allerdings voll aufgegangen: Das Dokumentations-Zentrum wird sehr gut angenommen und musste wegen des enormen Ansturms bereits erweitert werden. Und durch den Hotelbau wurde zudem verhindert, dass rechte Gruppen den Obersalzberg zu einem Wallfahrtsort machen.