Dass beim weltgrößten Volksfest, dem Oktoberfest in München, kräftig in die Geldbörsen seiner Besucher gelangt wird, ist eine Binsenweisheit. Alljährlich bricht schon Monate vor der „Wiesn“ ein riesiger medialer Rummel darüber aus, um wieviel die Wiesnwirte den Preis für die Maß Bier angehoben haben.
Dass auch die Hotels der bayerischen Landeshauptstadt kräftig kassieren, liegt nicht nur auf der Hand, sondern belegt nun eine Untersuchung des Internetportals „Check24“, über deren Ergebnisse die „Süddeutsche Zeitung“ ausführlich berichtet. Demnach müssen Hotelgäste in der Nähe des Oktoberfestes bis zu 170 Prozent mehr bezahlen, als außerhalt der Wiesnzeit. So verlangt ein exklusives Vier-Sterne-Hause während der Wiesn 260 Euro für eine Nacht im Doppelzimmer und nach dem Oktoberfest 96 Euro. Bei einem benachbarten Drei-Sternehotel kostet das gleiche Angebot 249 Euro, nach der Wiesn 109 – immer noch satte 128 Prozent Aufschlag.
Diese Größenordnung sieht man im Münchner Tourismusamt „noch als vertretbar an“. Es kämen aber immer wieder Beschwerden von Gästen, die 300 Prozent mehr zahlen mussten in Häusern, die höchsten einen Zwei-Sterne-Standard aufweisen. Von diesen „schwarzen Schafen“ distanzieren sich die Tourismusmanager. Die Vertreter des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes äußerten hingegen Verständnis für die Preispolitik, zumal sich der Preis nach dem Gesetz von „Angebot und Nachfrage“ bilde.
Wer diese Aufschlagspolitik nicht mitmachen will, hat laut „Check24“ nur dann eine Chance, wenn er in Kauf nimmt mit der S-Bahn rund 50 Minuten abseits des Oktoberfests zu fahren. In Ebersberg beispielsweise stellten die Hoteltester völlig normale Preise während der Wiesn fest.


