Anfang Oktober war noch alles eitel Sonnenschein: Christian Wendt präsentiert sich voller Pläne auf dem Dach des Hotels Kobenzl. Bild: HGV PRAXIS

Hotel-Eigentümer sitzen Betrüger auf
26.01.2012
Seit Mitte Jänner ist in der Causa „Hotel Kobenzl“ die Staatsanwaltschaft am Zug. Eigentümer-Tochter bezeichnet den Projektbetreiber Christian Wendt als Betrüger.

Der geplatzte Verkauf des Nobelhotels Kobenzl auf dem Salzburger Gaisberg wird um eine Facette reicher. Nachdem auch der zweite Verkaufstermin geplatzt ist, haben die Hoteleigentümer Marianne und Rupert Herzog den Fall an die Salzburger Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Zum Hintergrund: Seit dem Spätsommer vergangenen Jahres verhandelt der Deutsche Projektbetreiber Christian Wendt mit der Familie Herzog über einen Verkauf des Hotels Kobenzl auf dem Salzburger Gaisberg. Das Hotel war seit einer gescheiterten Übergabe innerhalb der Familie im Jahre 2006 geschlossen. Der Deutsche Wendt, der gegenüber HGV PRAXIS von einem nicht näher genannten Investor sprach, der, so wörtlich, „an renditestarken Tourismusprojekten“ interessiert sei, agierte mit vollem Elan. Er beauftragte Firmen für die Renovierung, rekrutierte Mitarbeiter, bot Zimmer übers Internet an und zeigte sich auf der Messe „Alles für den Gast“ im November.

Nun fährt die Tochter der Hoteleigentümer, Marianne von Buseck, schwere Geschütze gegen Christian Wendt auf. „Laut einer Kreditauskunft musste Herr Wendt alleine 2011 zweimal den Offenbarungseid leisten (eidesstattliche Versicherung über die Vermögensverhältnisse, Anm. d. Red.). Des Weiteren sind nach mehreren Insolvenzen nicht weniger als 121 Exekutionsanträge anhängig. Der Rechtsanwalt unserer Familie hat ihn am 22. Jänner endgültig aus dem Kobenzl geworfen.“ Der Schaden ist laut Frau von Buseck beträchtlich. Demnach soll Wendt Bestellungen erteilt, an Weinverkostungen teilgenommen und Akontozahlungen für bereits getätigte Buchungen an sich genommen haben. Die Rechnungen gingen an das Kobenzl, obwohl Wendt nie einen Kaufvertrag unterschreiben hatte. Ebenfalls durch die Finger schauen dürften verschiedene Firmen, die von Wendt bereits mit Renovierungsarbeiten beauftragt wurden. Darunter eine Bau- und eine Gartenfirma, die von bereits angefallenen Kosten in der Höhe von 65.000 Euro sprechen.