Die Brauerreibranche kommt nicht zur Ruhe. Das Jahr hat kaum begonnen, da steht bereits die nächste Mega-Fusion an. Der niederländische Brauer Heineken verleibt sich für mehrere Milliarden Dollar das Biergeschäft des mexikanischen Konkurrenten Femsa ein. Inklusive Schulden hat die Übernahme einen Wert von 5,6 Milliarden Euro.
Heineken bezahlt in Aktien. Femsa wird nach der Transaktionen eine Gesamtbeteiligung von rund 20 Prozent an Heineken halten und zudem Vertreter in den Verwaltungsrat entsenden.
Femsa hatte seine Biertochter offiziell zum Verkauf angeboten. Laut dem „Wall Street Journal“ hatte auch Heineken-Konkurrent „SAB-Miller“ um Femsa Cerveza gebuhlt, sich dann aber aus dem Bieterrennen zurückgezogen.
Heineken stärkt mit der Übernahme nicht nur seine Marktposition in Mexiko, sondern darüber hinaus in Brasilien und den USA, wo Femsa Cerveza ebenfalls aktiv ist. Die drei Länder zählen zu den wichtigsten Biermärkten der Welt. 2014 findet zudem die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien statt.
Im dritten Quartal 2009 war der Heineken-Bierabsatz auf vergleichbarer Basis um 4,7 Prozent auf 35,3 Millionen Hektoliter geschrumpft. Konsumenten wechselten zu billigeren Biersorten. Am stärkten ging der Absatz in Zentral- und Osteuropa sowie in Amerika zurück. Der Umsatz sank von Juli bis September um 0,4 Prozent auf 4,07 Milliarden Euro. Höhere Verkaufspreise glichen den geringeren Absatz beinahe aus.
Zu den wichtigsten und bekanntesten Bieren von Femsa zählt unter anderem die Marke Sol. Femsa ist der größte Getränkekonzern Mexikos und findet seinen Ursprung in der 1890 gegründeten Moctezuma-Brewery. 2006 erwarb Femsa die brasilianische „Kaiser Brewery“, womit Heineken nun mit der österreichischen Marke „Kaiser“ bereits zwei Biermarken gleichen Namens besitzt. Im alkoholfreien Bereich hält Femsa auch einen Mehrheitsanteil am größten mexikanischen Coca-Cola-Abfüller. Aktuell ist Femsa die Nummer zwei auf dem mexikanischen Biermarkt, knapp hinter der Modelo-Group (Corona).


