Großes Ärgernis nicht nur für Urlauber, sondern auch für Hotels: Grenzkontrollen am Walserberg.

© Bild: salzburg.gv/öamtc

Grenzkontrollen führen zu schlechteren Bewertungen

04.12.2017 - Die Grenzkontrollen zu Bayern auf dem Salzburger Walserberg führen nicht nur zu lästigen Staus, sondern auch zu negativen Bewertungen von Hotels in den sozialen Medien.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis die sozialen Netzwerke zurückschlagen. Seit zwei Jahren gibt es aufgrund der anschwellenden Flüchtlingsströme Grenzkontrollen ins benachbarte Bayern. Nirgends wirkt sich das stärker aus als in und um Salzburg, insbesondere am meistbefahrenen Grenzübergang Europas, dem Walserberg. Speziell zu touristischen Hauptreisezeiten bilden sich kilometerlange Staus, die nicht selten stundenlange Verzögerungen nach sich ziehen. Wer Urlaub in Österreich verbringen will, nur auf der Durchreise ist oder wieder nachhause fahren will, muss diese willkürliche Unbill nicht nur in Kauf nehmen, sondern auch entsprechend planen. Erst kürzlich wurden die Grenzkontrollen auf deutscher Seite bis Mai 2018 verlängert.

Seit geraumer schon schlägt sich diese Tatsache negativ für Salzburger Tourismusbetriebe zu Buche. „Die Gäste geben ja meistens eine Bewertung ab und sagen: Das hat mir nicht so gefallen, wenn ich beim Nachhausefahren eine Stunde im Stau stehe. Sie bewerten natürlich auch die Häuser – und das ist oft negativ beeinflusst. Auch wenn die Hotels hundert Prozent leisten, bleibt ein negativer Gesamteindruck, der durch die nervige Rückreise entsteht und schlussendlich auch in die Bewertung einfließt“, erklärt Albert Ebner, Spartenobmann Tourismus in der Salzburger Wirtschaftskammer und Hotelier in Hintersee.

Die mühsame Grenzsituation führe auch zu einem erheblichen Mehraufwand in der Beratung und Betreuung der Gäste, wie Ebner im Gespräch mich HGV PRAXIS erklärt: „Einerseits sind wir stets darin gefordert, die Gäste gut über die Situation zu informieren, wenn an der Grenze wieder stundenlange Staus auf die Urlauber warten. Andererseits müssen wir mit Service und Küche reagieren. Wir können ohnedies bereits verärgerte Gäste nicht hungrig ins Bett schicken, weil sich ihre Anreise empfindlich verzögert hat und da die Küche normalerweise schon zu hat.

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