Nachdem der „Standard“ von der bevorstehenden Schließung des Gourmetrestaurants „Meinl am Graben“ vor ein paar Tagen berichtete, hat nun auch das Rätselraten über den Verbleib des Küchenchefs Joachim Gradwohl ein Ende. Der „Falstaff“ berichtete, Gradwohl wechselt an den Schubertring, wo die internationale Hotelkette Shangri La gerade dabei ist, ein Luxushotel mit 207 Zimmern zu errichten. Das Wiener Haus ist Teil einer weltweiten Expansionsstrategie – in der in den kommenden Jahren nicht weniger als 40 Hotels eröffnet werden sollen.
Gradwohl – seit 2003 im Meinl am Graben tätig – führte das Gourmetrestaurant nach dem Abgang von Christian Petz nicht nur in großer qualitativer Kontinuität weiter, sondern positionierte das Restaurant auch als Stützpunkt einer ausgesuchten kulinarischen Kreativschmiede. Unter Gradwohls Ägide reifte beispielsweise auch das Küchentalent Thomas Göls heran, der Österreich vor drei Jahren beim Bocuse d’Or in Lyon vertrat.
Zur Schließung des Restaurants im Meinl am Graben meinte Geschäftsführer Herbert Vlasaty: „Die öffentliche Vorverurteilung der Person Julius Meinl V. ist auch für Julius Meinl am Graben bzw. für die gesamte Marke nicht ohne Folgen geblieben. Man habe zudem strategisch entschieden, sich künftig verstärkt auf die historische Kernkompetenz des Hauses zu konzentrieren: die Kaffeehauskultur.“ Durch die Schließung werden insgesamt 15 Mitarbeiter gekündigt.
Das Wiener Hotel der asiatischen Luxuskette soll noch heuer Ende des Jahres eröffnen.


