2009 war für die Fluglinien ein Horrorjahr. Besserung ist – wenn überhaupt – erst 2011 abzusehen. Bild: United AirlinesDie Luftfahrtbranche erlebte das schlimmste Jahr ihrer Geschichte, wie in einer Bilanz der IATA hervorging.
Die vorgelegte Jahresbilanz der International Air Transport Association (IATA) fällt dramatisch aus: „Hinsichtlich der Passagiernachfrage geht das Jahr 2009 als das schlimmste Jahr in die Geschichtsbücher ein, welches die Branche je durchlebt hat. Wir haben langfristig zweieinhalb Jahre Wachstum im Passagier- und dreieinhalb Jahre Wachstum im Frachtgeschäft verloren“, wird IATA-Generaldirektor Giovanni Bisignani zitiert.
Die Kapazitäten im internationalen Passagierverkehr waren im Dezember 2009 um 0,7 Prozent geringer als im Dezember 2008, die Kapazitäten im Frachtgeschäft um 0,6 Prozent größer als im Vorjahresmonat. Angebot und Nachfrage haben in den vergangenen Monaten die Erträge zwar leicht verbessert, sie liegen aber noch immer fünf bis zehn Prozent unter dem Niveau von 2008. „Die Erlöse werden deutlich langsamer anziehen als die Nachfrage, bei der wir bereits eine Besserung spüren“, sagte Bisignani. Im Jahr 2010 würden Fluggesellschaften voraussichtlich 5,6 Milliarden US-Dollar (3,9 Milliarden Euro) verlieren.
Das Kernproblem seien die so genannten Yields, der Erlös pro geflogenen Kilometer und Sitzplatz. Diese Profitabilitätskennzahl sei um 20 Prozent gesunken. „Eine solche Entwicklung haben wir noch niemals in unserer Geschichte erlebt“, klagte Bisignani. Profitabel werde die Branche frühestens 2011.
Längst läuft die Debatte auf Hochtouren, ob es lediglich eine temporäre oder eine strukturelle Entwicklung ist. Träfe letzteres zu, würden die Geschäftskunden also wegen einer grundsätzlich geänderten Firmenpolitik wegbleiben, drohte langfristiger Schaden. „Die größte Unsicherheit für die Zukunft ist die Frage, ob die Premium-Nachfrage zurückkehren wird“, sagte Bisignani.
Derzeit jedenfalls reichen noch nicht mal radikale Preisnachlässe aus, um die vorderen Sitze der Flugzeuge zu füllen. British Airways zum Beispiel hat im Mai damit begonnen, zwei Business-Tickets zum Preis von einem zu verkaufen – ohne Erfolg. Andere Airlines wie die skandinavische SAS versuchen, die Geschäftskunden mit einer gehobenen Economy-Klasse zu locken. Das zeigt immerhin erste Erfolge.
Es werde wohl bis 2012 dauern, bis die Airlines im Premium-Segment wieder an das Niveau von 2008 anknüpfen könnten, sagte Bisignani.

