Ist erzürnt über die Pläne der Politik und droht einen Instanzengang bis zum Verfassungsgerichtshof an: ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn. Bild: HGV PRAXIS

Energie: ÖHV droht mit Gericht
16.12.2011
Die Regierung hat auf der Suche nach Einsparungspotenzialen die Energieabgabenvergütung ins Visier genommen und plant, diese zu streichen. Die Hoteliervereinigung steigt auf die Barrikaden.

 

Das Ansinnen der Politik dem Tourismus die Energieabgabenvergütung zu streichen würde vor allem die Industrie verschonen, zürnt die ÖHV und droht bereits mit dem Gang zu Gericht. ÖHV-Generalsekretär Thomas Reisenzahn: „Das ist und bleibt schlichtweg Diskriminierung. Wir wollten allen Beteiligten einen aufwändigen Prozess ersparen, aber die Regierung pokert lieber. Wir sehen uns vor Gericht. Die Bankenkrise war teuer, die Politik braucht Geld. Aus Angst vor den Großen holt man es sich von den Kleinen.“

Von einer Abschaffung dieser Vergütung wäre die heimische Ferienhotellerie empfindlich betroffen. Die Interessensvertretung errechnete zusätzliche Kosten die fünf-, wenn nicht sogar sechsstellige Eurobeträge ausmachen. Starke Auswirkungen hätte das naturgemäß auf die Wellness- und Thermenhotellerie, die zwar mit einem hochwertigen Angebot punkten, das aber auch sehr energieaufwändig ist.

„Für die Jahre vor 2011 können noch fünf Jahre rückwirkend Anträge auf Rückvergütung gestellt werden, also aktuell für die Jahre 2006 bis 2010“, empfiehlt Reisenzahn, noch vor Jahreswechsel tätig zu werden. Viele Betriebe wenden sich an die ÖHV, die deren Vorgangsweise koordiniert und Musterbeschwerden durch alle Instanzen führt.

Obwohl energieintensiv werden Wellness-Angebote immer wichtiger für die Urlaubsentscheidung. Ganze Regionen profitieren von der Saisonverlängerung durch das wetterunabhängige Wellness-Angebot und Kurzurlauben. „Ohne Wellness und Thermen hätte die Nächtigungsbilanz in der verregneten ersten Sommerhälfte traurig ausgesehen“, so Reisenzahn. Im Burgenland haben die Zuwächse in der Thermenregion die Rückgänge rund um den Outdoor-lastigen Neusiedlersee fast wettgemacht. Die Steiermark mit besonders hoher Thermendichte hat sogar profitiert, die höchsten Verluste gab es in weniger wellness-intensiven Regionen. „Bei Wellness sind unsere Hotels hervorragend positioniert: Für 70 % ist es zentraler Bestandteil des Angebots. Wir schädigen also einen wichtigen Wirtschaftszweig, der bereits unter zu wenig Wettbewerb auf dem Strommarkt leidet. Damit tun wir uns keinen Gefallen.“