Spät wie selten hat Anfang Februar im burgenländischen Seewinkel die Eisweinlese begonnen. Bild: yoopress.com

Eisweinlese mit geringer Menge
03.02.2012
Die tiefen Temperaturen haben eine önologische Besonderheit in Gang gesetzt: Im burgenländischen Seewinkel steht die Eisweinlese vor dem Abschluss.

 

Es ist eine lukullische Spezialität, die unter Genießern eine hymnische Verehrung erlebt: der Eiswein. Durch monatelang auf dem Rebstock behaltene Beeren, ist der wenige noch vorhandene Saft in den Trauben extrem süß und gehaltvoll. Durch den Effekt des Gefrierens wird das noch vorhandene Wasser in Kristallen gebunden, was den übrigen Saft noch intensiver werden lässt. Eiswein ist ein entbehrungsreiches Gut, das den Winzern eine nicht enden wollende Geduld bei höchst mäßigem Ertrag und das Ganze noch unter härtesten klimatischen Bedingungen abverlangt.

So spät wie in diesem Jahr hat die Eisweinlese allerdings erst selten stattgefunden. Seit wenigen Tagen sind  in der Nähe von Illmitz im Seewinkel die ersten Erntehelfer unterwegs, um die gefrorenen Trauben von den Weinstöcken zu schneiden. Bei vorherrschenden minus zehn Grad ist nicht nur Bewegung wichtig, sondern es drängt auch die Zeit. Denn die Trauben müssen noch im gefrorenen Zustand gepresst werden.

Weil heuer die Kältewelle erst spät ins Land gezogen ist, gehen die Weinbauern im Vergleich zum Vorjahr von einem deutlich geringeren Ertrag aus. Laut Bundeskellereiinspektion haben im Jahr 2010 rund 40 Betriebe gemeldet, Eiswein geerntet zu haben. Dabei sind rund 90.000 Kilogramm Trauben zu Eiswein verarbeitet worden. Für den Jahrgang 2011 (der aber erst jetzt geerntet wird) rechnen die Winzer mit zirka der Hälfte des Ertrags von 2010. Laut den Weinbauern im Seewinkel ist die Nachfrage nach Eiswein ungebrochen stark. Demnach schnell dürfte der heurige Jahrgang dann auch vergriffen sein.