ÖBB-Zugrestaurant. Nach einigen Querelen will nun „Henry am Zug“ doch wieder mitmischen, berichtet die APA.

© ÖBB/Philipp Horak

Do&Co will wieder ins Abteil

05.07.2017 - Nach neuem KV für Zugkellner will sich auch Attila Dogoudan wieder mit „Henry am Zug“ für das Catering der ÖBB-Züge bewerben. Heißt es vonseiten des Bahnmanagements.

 

Die Kellner in Zügen werden seit 1. Juli deutlich besser bezahlt. Fachkräfte erhalten nun 1761 Euro brutto monatlich, ein Plus von 25 Prozent. Ungelernte verdienen 1642 Euro, ein Zuwachs von 17 Prozent. Für die Bahnkunden soll die Verpflegung aber nicht teurer werden, denn durch flexiblere Arbeitszeiten sollen die Mehrbelastungen für die Caterer abgefedert werden, so ÖBB-Chef Andreas Matthä. Das berichtet die Nachrichtenagentur APA.

Der neue Kollektivvertrag (KV) gilt für alle Bahnunternehmen in Österreich und betrifft aktuell knapp 400 Zug-Kellner, rund 350 davon arbeiten für Do&Co in den ÖBB-Zügen. Die rund 500 Bediensteten in Liege- und Schlafwägen müssen sich mit ihrer Lohnerhöhung noch bis zum Jahr 2020 gedulden, was an laufenden Verträgen liegt, so Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Verkehrs- und Gastro-Gewerkschaft vida.

Eine Besserstellung für die Gastro-Bediensteten gibt es auch bei den Stehzeiten zwischen zwei Zugfahrten. Hier gibt es nach 180 Minuten extra Zuschläge. Für die finanziellen Zuckerln müssen die Kellner aber künftig bei den Arbeitszeiten flexibler sein. Sie können nun bis zu zwölf Stunden am Tag eingesetzt werden, an der normalen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden ändert sich aber nichts. Außerdem wird ihr Einsatzbereich erweitert, so sollen sie zum Beispiel beim Evakuieren von Zügen helfen.

Die ÖBB haben ihren Caterer bereits ausgeschrieben, im Juni 2018 soll dann der Zuschlag fallen. Dem Vernehmen nach wird sich auch wieder der derzeitige Anbieter, Do&Co („Henry am Zug“), bewerben. Dieser hat seinen bisherigen Job „bravourös gemeistert“, so Matthä zur APA. Probleme mit Do&Co waren aber der Auslöser für die jetzige Sozialpartnereinigung. Der Wiener Caterer, der vor allem Airline- und Event-Gastronom ist, hatte in den ÖBB-Zügen Ungarn zu ungarischen Löhnen beschäftigt, was ihm Ärger mit dem Arbeitsinspektorat einbrachte. Als Strafen vonseiten des Arbeitsinspektorates von bis zu 1,3 Millionen Euro drohten, kündigte Do&Co seinen Rückzug an. Nun soll wieder alles ganz anders sein.

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