Schließt an einem der meistfrequentierten Plätze Salzburgs: Das Café Demel ist laut Do&Co dort nicht wirtschaftlich zu führen. Bild: newscom24

Do&Co sperrt Salzburger Demel zu
22.03.2012
Am 25. März ist Schluss: Airline-Caterer und Eventgastronom Attila Dogudan sperrt das Café Demel am Salzburger Mozartplatz zu.

Als die Uniqa-Versicherung als Besitzer der Immobilie das ehemalige Café Glockenspiel an den Wiener Multi-Gastronomen Attila Dogudan vergab, war noch alles eitel Wonne. Do&Co trat in Salzburg mit der berühmten Kaffeehausmarke Demel und mit noch größeren Ambitionen an. Und scheiterte grandios.

Nach Ansicht des erfolgreichen Unternehmers lasse sich ein Kaffeehaus wie das Demel an diesem Platz nicht wirtschaftlich führen. Dogudan meinte, dafür seien ganz einfach die Mieten zu hoch. Was wiederum die Eigentümerin Uniqa-Versicherung zu dem Statement veranlasste: Es habe in den letzten Jahren nur eine Index-Anpassung gegeben.

Als Do&Co vor einigen Jahren das Demel im Schatten der mächtigen Mozartstatue aufsperrte, fiel vor allem eines auf: Die Zahl der Outdoor-Sitzplätze hat sich um mindestens zwei Drittel verringert. Daraus erhebt sich die Frage, warum? Auch eine weitere Frage muss erlaubt sein: Wenn nicht an diesem touristischen Hotspot, an dem täglich tausende Touristen die Bronzestatue Mozarts fotografieren, an welchem Platz ließe sich dann ein Café gewinnbringend führen. Die Frequenz am Mozartplatz dürfte noch höher liegen als in der Getreidegasse und ist in etwa damit vergleichbar, wie wenn man am Wiener Stephansplatz ein Kaffeehaus nicht profitabel führen könnte. Noch dazu haben in unmittelbarer Nähe Betriebe wie das Kaffee Mozart direkt gegenüber oder der Manner-Flagshipstore am Residenzplatz eröffnet und erfreuen sich bester Frequenz. Ganz zu schweigen von den Traditionscafés Fürst und Tomaselli, in deren Liga einst das Café Glockenspiel ebenbürtig mitspielte.

Noch fragwürdiger erscheint das neue Konzept für den Standort: Es soll als Event-Location für Veranstaltungen genutzt werden. Das mag zur Festspielzeit funktionieren, aber was ist während des restlichen Jahres? Noch dazu vor der Tatsache, dass die Miete so hoch sei. Jedenfalls läuft der Vertrag zwischen Do&Co und der Uniqa bis 2015. Das könnten noch drei lange und vor allem teure Jahre für den Airline-Caterer werden.