In Nordostchina will Club Med mit dem Sun Mountain Yabuli Resort in den chinesischen Urlaubsmarkt einsteigen. Bild: chinaskiresort

Club Med entdeckt China
18.06.2010
Der auf Feriendörfer spezialisierte Reiseveranstalter will Anlagen bauen. Ein chinesischer Konzern beteiligte sich bereits bei dem Unternehmen

Bis 2015 will Club Med fünf Feriendörfer in China eröffnen. Das Unternehmen hofft in erster Linie auf chinesische Touristen als Kunden für die neuen Dörfer. Im Jahr 2009 wuchs der Markt um knapp zehn Prozent auf 150 Mrd. Euro. Die chinesische Regierung sieht Inlandsreisen als Möglichkeit, die Konjunktur anzukurbeln. Peking hat eigens in mehreren Wochen im Jahr Feiertage zusammengelegt, um mehr Gelegenheiten für kleine Urlaube zu schaffen. Club Med rechnet daher schon bis 2015 mit 200.000 chinesischen Kunden. Das erste neue Dorf soll in Yangbuli entstehen, einem Skiort in Nordostchina.

Für dieses Vorhaben hat sich der chinesische Mischkonzern Fosun mit gut sieben Prozent an dem französischen Reiseanbieter Club Med beteiligt. Der Kaufpreis lag bei etwa 24 Mio. Euro. Die Partnerschaft mit einem einheimischen Unternehmen ist in China meist noch die rechtliche und praktische Voraussetzung für einen Markteintritt.

Club Med ist in 40 Ländern mit etwa 80 Feriendörfern vertreten; 2009 zählte er 1,2 Mio. Kunden. Der Reiseveranstalter hatte im ersten Geschäftshalbjahr 2009/10 wieder einen Gewinn von drei Mio. Euro gemacht - nach einem Minus von 22 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Gerade Chinesen machen immer mehr Urlaub, weil sie es sich inzwischen auch leisten können. Kein Wunder, dass auch die Reiseveranstalter enger kooperieren. So sind nun Chinesen bei Club Med eingestiegen und eröffnen sich so den Zugang zum größten Wachstumsmarkt der Welt.