Dicke Luft bei Carlsberg. Den Mitarbeitern wird der Freibier-Konsum während der Arbeitszeit verwehrt. Bild: carlsberg.com

Carlsberg: Mitarbeiter streiken wegen Bierverbot
13.04.2010
Die dänische Brauerei verbietet der Belegschaft das Biertrinken am Arbeitsplatz. Ausgenommen sind nur die Fahrer.

Aufruhr in Kopenhagen. Weil der Vorstand des Brauereiriesen Carlsberg seinen Mitarbeitern das Biertrinken am Arbeitsplatz verbieten will, herrscht Streikstimmung. Bisher durften sich die Brauerei-Arbeiter zu jeder Zeit und unlimitiert Freibier genehmigen. Die einzige Einschränkung: Man darf während der Arbeitszeit nicht betrunken sein. Nach dem Willen der Chefetage soll es künftig nur noch zur Mittagszeit in der Kantine Freibier geben.

Die seit Anfang April in Kraft getretenen Alkohol-Richtlinien sehen vor, dass auch sämtliche Bierkühlschränke aus dem Unternehmen entfernt werden. Die Belegschaft fühlt sich in ihren angestammten Rechten beschnitten und legte vergangenen Woche kurzfristig die Arbeit nieder. Im Großraum Kopenhagen kam es deswegen zu Verzögerungen bei der Bierauslieferung.

Schließlich haben sich dem Streik auch die Lkw-Fahrer des Konzerns angeschlossen, die skurrilerweise von den neuen Regelungen ausgenommen sind. Laut einem Carlsberg-Sprecher dürfen die Ausfahrer täglich drei bier aus dem Betriebsrestaurant mitnehmen, weil sie zur Mitagszeit selten im Betrieb sind. Allerdings sind die Carlsberg-Lkw mit Atemluftsensoren ausgestattet, die verhindern sollen, dass betrunkene Bierausfahrer ihre Lastwagen starten.

Experten meinen, die neuen Alkohol-Richtlinien könnten nicht nur die Marke Carlsberg, sondern das Image des Bieres selbst schädigen. „So drängt sich der Verdacht auf, dass Bierkonsum generell schädlich ist“, so ein Schweizer Unternehmensberater. Nachsatz: „Obwohl die Entscheidung betriebswirtschaftlich natürlich nachvollziehbar ist.“