In der Region Zell am See sind über 25 Prozent der Urlauber arabische Gäste. Bild: pressefreiheit24.com

Burkaverbot: Touristiker steigen auf die Barrikaden

01.02.2017 - Das von der Regierung geplante Verbot von Vollverschleierung schlägt in der Tourismuswirtschaft hohe Wellen. Generell wird ein drastischer Rückgang der (zahlungsfreudigen) arabischen Klientel befürchtet.

 

Nach aktuellem Stand des Regierungsentwurfes, der vor allem von Außenminister Sebastian Kurz vorangetrieben wird, soll eine Frau, die mit Nikab, Bushiya oder Burka von der Polizei aufgehalten wird, künftig 150 Euro Strafe zahlen. Weigert sie sich, den Schleier abzunehmen, wird sie auf die Polizeistation mitgenommen.

Die touristischen Vertreter beliebter Reisedestinationen befürchten drastische Rückgänge genau jener Klientel, die man zuletzt verstärkt beworben hat: Gäste aus dem arabischen Raum. Diese Kunden gelten als besonders ausgabefreudig. Das so genannte Burkaverbot würde vor allem Wien, aber auch Feriendestinationen wie Zell am See empfindlich treffen. Dieter Fenz, General Manager, im Wiener Hotel Marriott: „In den Sommermonaten ist der Anteil arabischer Gäste sehr hoch. Darauf haben wir uns eingestellt: Wir haben nicht nur arabisch sprechende Mitarbeiter, sondern auch Köche, die die arabische Küche beherrschen. Ein Verbot wäre ein sehr negatives Signal.“

ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer rät zur Besonnenheit bei diesem heiklen Thema: „Ich habe Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung. Aber so eine Symbolpolitik reißt Gräben auf, die der Tourismus in den vergangenen Jahren versucht hat, zu schließen.“

Sepp Schellhorn, Salzburger Gastronom, aktueller Mandatar der Neos und früherer ÖHV-Präsident sorgt sich ebenfalls: „Kommt das Verbot, wäre das ein fatales Signal, zumal internationale Medien negativ berichten würden.“ Ungewohnt zugeknöpft geben sich die Salzburger Tourismusverantwortlichen. Man bitte um Verständnis, dass sich offizielle Vertreter der Region „nicht zu Themen wie Religion, Politik und gesellschaftspolitischen Aspekten rund um die Herkunftsländer unserer Gäste“ äußern wollen, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

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