Den Anlass für diese Vermutung bildet die Struckerkaserne in Tamsweg im Salzburger Lungau. Dieser relativ kleine Truppenstandort im Lungau stand und steht bei den Einsparungsplänen des Verteidigungsministeriums immer wieder ganz oben auf einer eventuellen Schließungsliste.
Allerdings genau so oft die Schließung im Raum stand, wie zuletzt etwa unter dem damaligen Verteidigungsminister und nunmehrigen Tiroler Landeshauptmann Günter Platter, genau so oft setzte sich die lokale Politik durch und vereitelte die Ministeriumspläne. Nun wurde publik, dass Ende Juli die Kasernenküche teilweise geschlossen wird. Sobald die Herde kalt bleiben, soll das Essen aus dem 130 Kilometer entfernten Klagenfurt in den Lungau transportiert werden, was prompt den Unmut der Landespolitik nach sich zog. „In Zeiten von Regionalisierung, sicheren Lebensmitteln, Qualität und lokaler Wertschöpfung sei so eine Entscheidung anachronistisch“, meinte etwa der Salzburger SPÖ-Wehrsprecher Peter Pfeifenberger.
Gerald Gundl, Pressesprecher beim Salzburger Militärkommando, versucht die Situation zu entschärfen. „Die Kasernen-Küche wird nur teilweise geschlossen. Es entsteht vielmehr eine Finalisierungsküche, in die die vorproduzierten, halbfertig gegarten Gerichte transportiert und im Anschluss regeneriert werden.“ Als Grund für diese Zentralisierung werden große Einsparungspotenziale bei den Kosten angegeben.
So soll es laut Verteidigungsministerium künftig nur noch drei, vier Zentralküchen für die Versorgung sämtlicher Kasernen in Österreich geben. Unbestätigt aber relativ wahrscheinlich ist die Errichtung einer solchen Zentralküche in der Kaserne in Wals-Siezenheim bei Salzburg. Die Schwarzenberg-Kaserne ist mit mehreren tausend Rekruten der größte Militärstützpunkt Österreichs, von wo aus ganz Salzburg, Tirol und Vorarlberg versorgt werden sollen.


