Zogen im Streit um die europäischen Markenrechte den Kürzeren: Die US-Budweiser-Brauer von Anheuser-Busch/Inbev. Bild: speedzilla.com
Der Streit darum, wer den Namen „Budweiser“ für sein Bier als Markenzeichen verwenden darf, tobt seit über hundert Jahren. Und in der jüngeren Vergangenheit stilisierten sich die Auseinandersetzungen immer mehr nach dem Bild David gegen Goliath. Hier, die sogar für tschechische Verhältnisse bestenfalls mittelständische Brauerei Budejovicky-Budvar aus der südböhmischen Hauptstadt Budweis (tschechisch: Ceske Budejovice und da der Brauereigigant Anheuser Busch aus dem amerikanische St. Louis in Missouri. Seit 1876 brauen die Amerikaner ihr kurz „Bud“ genanntes Bier nach den Rezepten böhmischer Einwanderer. Bereits 1917 einigten sich die Streithähne für den nordamerikanischen Markt, wo Anheuser Busch das begehrte Markenrecht für „Budweiser“ besitzt.
Seither hat sich viel getan: Insgesamt kam es zu 115 gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen den Böhmen und den Amerikanern. 82 Entscheidungen fielen zugunsten der Tschechen aus. Die nun wohl wichtigste Entscheidung hat der Europäische Gereichtshof in Luxemburg als letzte Instanz gefällt. Seit 1996 versuchten die Amerikaner, die mittlerweile in dem belgisch-brasilianischen Brauweltkonzern Inbev aufgegangen sind, sich die Markenrechte „Budweiser“ für den europäischen Binnenmarkt zu sichern. Damit sind die Amerikaner nun letztinstanzlich abgeblitzt. In der Begründung des Europäischen Gerichtshof heißt es sinngemäß, „die tschechischen Konkurrenten hätten durch Einträge bei den einschlägigen Instanzen vor allem in Deutschland und in Österreich die älteren Rechte.“ Naturgemäß bejubelten die Tschechen diesen abgewehrten Angriff. Wobei sich der tschechische Biermarkt vor dem Eintritt internationaler Braukonzerne alles andere als schützen kann. So befindet sich der Markführer, die Pilsner Brauerei mit seiner Top-Marke Pilsner Urquell in Besitz der South African Breweries, die wiederum mit der US-Firma Miller fusionierten und die weltweite Nummer 2 darstellen. Auch Inbev ist bereits in Tschechien aktiv. So gehört dem Brauereiriesen die Marke Staropramen. Und auch die weltweite Nummer 3 Heineken ist mit den Marken Starobrno und Krusovice prominent vertreten. Die Budweiser Brauerei gehört nach wie vor dem Staat. Eine Privatisierung ist zwar geplant, wurde aber bislang nicht umgesetzt.


