Die englische Pub-Branche steckt in der Krise. Fans der „Public Houses“ fürchten gar um den Fortbestand der britischen Institution. Vor allem die schwere Wirtschaftskrise hält die Kunden vom Besuch ab. Vor allem Jugendliche kaufen ihr Bier vorzugsweise in Supermärkten, weil es dort billiger ist. Außerdem feiert die Partyszene aus diesem Grund auch lieber gleich zu Hause weiter.
Doch der Kunden und Umsatzschwund ist nur schwer zu stoppen. Besonders der typische Pub um die Ecke in Wohngebieten mit kleinem Einzugsgebiet bekommt die Folgen der Rezession zu spüren, wie aus einer Untersuchung der Britischen Brauerei- und Pubvereinigung (BBPA) hervorgeht. „Die Rezession hat den größten Einfluss. Weniger Menschen gehen aus, und weniger Menschen lassen ihr Geld in Pubs und Bars“, wird ein BBPA-Sprecher in der „Süddeutschen Zeitung“ zitiert.
Viele Wirte klagen außerdem über harte Miet- oder Franchiseverträge, die ihnen das Geschäft erschweren. Mehr als die Hälfte der etwa 57.000 britischen Pubs gehören großen Ketten, Brauereien und Immobiliengesellschaften. In der Branche ist von regelrechten Knebelverträgen die Rede, weil die Filial-Wirte deutlich mehr für das gelieferte Bier zahlen müssen als freie Pub-Besitzer. Allerdings scheitere eine Beschwerde von Franchisenehmern bei der britischen Wettbewerbsbehörde Office of Fair Trading (OFT). Die Preise für das übliche Pint Bier würden in unabhängigen und filialgebundenen Häusern nur um etwa vier Prozent auseinanderliegen, heißt es in einer OFT-Untersuchung.
Die aktuelle Pub-Krise wird von manchen aber auch als Chance gesehen. So will die Pub-Kette JD Wheterspoon, die mehr als 700 Outlets betreibt, in den nächsten Jahren 250 neue Betriebe eröffnen. Dabei nutze man die momentan niedrigen Immobilienpreise, um an guten Standorten zu investieren, heißt es.


