Bio oder nicht? Einer britischen Studie zufolge ist es in Hinblick auf die Nährwerte egal. Bild: wikipedia
162 Einzelstudien aus den vergangenen 50 Jahren werteten Forscher auf Antrag der britischen Nahrungsmittelbehörde (FSA) aus und kamen zu dem Schluss: Biolebensmittel haben keinen gesundheitlichen oder ernährungstechnischen Mehrwert gegenüber konventionell erzeugten Nahrungsmitteln.
Die FSA ist selbst vom Ergebnis der Metastudie überrascht. Ursprünglich sollte diese als Grundlage für einen Bio-Einkaufsführer dienen – herausgekommen ist nun fast das Gegenteil. Gegenüber dem Sender BBC erklärte die FSA-Konsumentenbeauftragte Gill Fine, wenn es überhaupt einen Unterschied zwischen Bioprodukten und herkömmlicher Ware gebe, dann sei dieser „sehr klein“. Das Ergebnis bedeute nicht, dass die Menschen keine Bioprodukte essen sollten. Die einzigen Argumente dafür seien jedoch persönliche Anliegen wie Tier- und Umweltschutz, so Gill Fine weiter.
Studienleiter Alan Dangour vom Londoner Institut für Hygiene und Tropenmedizin meinte, es gebe „derzeit keinen Anhaltspunkt dafür, Bio-Lebensmittel gegenüber konventionell produzierten aufgrund einer nährwerttechnischen Höherwertigkeit zu empfehlen“. So gibt es etwa bei Getreide keine Unterschiede im Gehalt von Vitamin C, Kalzium oder Eisen.
Der britische Bio-Aktivist Peter Melchett weist die Ergebnisse der Studie empört zurück und spricht von Ignoranz gegenüber den Studien, in denen sehr wohl Unterschiede festgestellt wurden. Allerdings räumt auch Melchett ein, dass die Abweichungen bei den Nährwerten nur gering seien.
Weltweit wurden im Jahr 2007 mit Bio-Lebensmitteln 34 Milliarden Euro umgesetzt. Für 2008 sowie für dieses Jahr wird aufgrund der Wirtschaftskrise allerdings mit einer leichten Schrumpfung des Marktes gerechnet.


